Gebaeude Energie Berater Ausgabe: 01-2018

System für den preissensiblen Geschosswohnbau


1 Schimmelbefall und Feuchteschäden sind ein Dauerthema bei der Wohnungswirtschaft. Konventionelle Wohnungslüftungssysteme sind für den preissensiblen Wohnungsbau meist zu teuer. Pluggit hat deshalb gemeinsam mit Experten der Wohnungswirtschaft das System PluggPlan entwickelt.

1  Schimmelbefall und Feuchteschäden sind ein Dauerthema bei der Wohnungswirtschaft. Konventionelle Wohnungslüftungssysteme sind für den preissensiblen Wohnungsbau meist zu teuer. Pluggit hat deshalb gemeinsam mit Experten der Wohnungswirtschaft das System PluggPlan entwickelt.

Wohnungslüftung ohne Ein/Aus-Schalter Der Schutz vor Feuchte und Schimmel ist ein Dauerthema in der Wohnungswirtschaft. Pluggit hat deshalb eine einfache, aber effiziente Wohnungslüftung für Wohnungen bis 80 m2 im Geschosswohnbau entwickelt, die der Nutzer nicht mehr abschalten kann. Regelgröße ist die Feuchte im Abluftstrom der Innenräume. In der Wohnungslüftungs-Branche ist diese Lösung jedoch umstritten. Wolfgang Schmid

  1. Teil: System für den preissensiblen Geschosswohnbau
  2. Teil: Wolfgang Schmid

In kaum einem Segment der Lüftungstechnik entstehen so viele Nachahmerprodukte wie bei den Wohnungslüftungssystemen. Ein relativ weißer Fleck im Angebotssortiment war bisher das Segment Wohnungslüftung (WL) für den preissensiblen Geschosswohnungsbau.

Neben den Kosten für das Wohnungslüftungssystem spielen aus Sicht der Wohnungswirtschaft hauptsächlich Kriterien wie Umlagefähigkeit nach § 559 BGB, KfW-Anerkennung bzw. Förderfähigkeit, Sicherheit vor Feuchteschäden und Schimmel, akzeptable Schallwerte, geringer Stromverbrauch und einfaches, sprich kostengünstiges Wartungsprozedere eine Rolle.

Nach umfangreichen Gesprächen mit Vertretern der Wohnungswirtschaft entschieden sich die Entwicklungsingenieure von Pluggit, ein komplett eigenständiges System (PluggPlan) nach dem Prinzip der Einfachheit für den preissensiblen Geschosswohnbau aufzulegen (Abb. 2).

Zusätzlich zu den baulich-funktionalen Gegebenheiten befasste sich Pluggit auch sehr detailliert mit den logistischen Herausforderungen des Einbaus eines Wohnungslüftungssystems im Geschosswohnbau. Das Ergebnis ist eine Komplettlösung aus neun Paketen je Wohneinheit mit allen erforderlichen Komponenten und Befestigungen (Abb. 5).

Damit will Pluggit die Baustellenlogistik und die Montage (ein Tag pro Wohneinheit) erleichtern, zumal in diesem Produktsegment häufig knapp kalkuliert werde und sich ein Auftragnehmer keine Verzögerungen durch fehlende Teile leisten könne. Damit das preisgünstige Wohnungslüftungs-System nicht mit höherwertigeren Systemen kombiniert werden kann, hat Pluggit für PluggPlan ein eigenständiges Maßsystem eingeführt. Die Besonderheiten:

nutzerunabhängige Betriebsweise, keine Abschaltmöglichkeit

relative Luftfeuchte der Abluft als Führungsgröße

Kontrollmöglichkeit über Betriebsstundenzähler

Wärmerückgewinnungsgrad über 80 %

Leistungsaufnahme 30 W bei maximaler Leistung, inklusive Steuerung

kompakte Abmessungen mit 170 × 550 × 850 mm (H × B × L), Gewicht 20 kg, geeignet für Decken- oder Wandmontage

minimalinvasiver Einbau, auch bei Bestandsgebäuden

leiser Betrieb durch schallgedämmtes Gerät und „geschleifte“ Luftleitungen

dauerhaft niedrige Wartungs- und Instandhaltungskosten

Rauchmelderkontakt

geprüfte Reinigungsfähigkeit der Luftleitungen mit bis zu 16 m Eindringtiefe, unabhängig von Biege- oder Eckumleitungen

sechs Jahre Garantie

Priorität Feuchteschutz

Obwohl die Geräte auf die Nennlast einer typischen 3-Zimmer-Wohnung (max. 80 m2 Wohnfläche) ausgelegt sind (Abb. 3 und 4), arbeiten sie weitgehend im stromsparenden Teillastbereich der Mindestlüftung zum Schutz gegen Feuchte. Ob diese Fahrweise der Intention von DIN 1946-6 entspricht, ist in der WL-Branche allerdings umstritten, denn der dauerhafte Betrieb einer Wohnungslüftung ist nicht immer zielführend und auch nicht notwendig. Ist die Außenfeuchte höher als die Feuchte im Innenraum, z. B. bei sommerlicher Schwüle, wäre es besser, die Wohnungslüftung ganz abzustellen, so die Kritiker. Dazu bedarf es jedoch eines zusätzlichen Sensors, der bei diesem Gerät aus Kostengründen nicht vorgesehen ist.

Pluggit teilte auf Anfrage mit, dass das Gerät die Anforderungen der DIN 1946-6 erfüllt. Wegen der feuchtegesteuerten Bedarfslüftung gebe es für dieses System sogar zusätzliche Pluspunkte bei der ErP-Bewertung. Anmerkung: DIN 1946-6 wird gerade einer Revision unterzogen, der Entwurf wurde im Dezember 2017 der Fachwelt vorgelegt (s. TGA 12-2017, „Volumenströme nach dem Bedarf ermitteln!“, Webcode 795695).

Ausblick

Der preissensible Geschosswohnungsbau ist wegen der allseits bekannten Feuchte- und Schimmelproblematik das Sorgenkind der Wohnungsbaugesellschaften. Das Marktpotenzial für Wohnungslüftungssysteme für geförderten Wohnraum ist hoch, die bisher angebotenen Lösungen der Industrie scheinen jedoch die spezifischen Bedürfnisse dieser Branche nur zum Teil abzudecken. Die Frage stellt sich, ob ein auf Dauerlüftung und Innenraumfeuchte geführtes System eine konfliktfreie Lösung darstellt. Womöglich bedarf es auch einer Öffnungsklausel in DIN 1946-6, die einfachere und damit preisgünstigere Lösungen für den geförderten Geschosswohnbau zulässt.

Pluggit GmbH, 81829 München Tel. (0 89) 4 11 12 50, www.pluggit.com

  • 2  Das kompakte Gerät kann in der Vorwand oder in der abgehängten Decke installiert werden. Ein/Aus-Schalter sucht der Nutzer vergebens, das heißt, das Gerät ist bauartbedingt auf Dauerbetrieb geschaltet.

  • 3  Planungsvorschlag „Neubau“. Das WL-Gerät ist innerhalb der Vorwandinstallation angeordnet; die Luftleitungen befinden sich in der abgehängten Decke.

  • 4  Leitungsführung in einer sanierten Wohnung. Die einzelnen Zuluftleitungen wurden aus Schallschutzgründen bewusst lang gehalten und „geschleift“. Für die komplette Montage kalkuliert Pluggit nur einen Tag pro Wohneinheit.

  • 5  Für das PluggPlan-System hat das Unternehmen ein eigenständiges Maßsystem entwickelt. Die Komponenten sind dadurch nicht mit anderen Pluggit-Systemen kompatibel.

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Literatur

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