GEB Newsletter: 06-2008 | 08.04.2008

ERNEUERBARE

MAP: „Fördertätigkeit auf erwartetem Niveau“

Die Wärmepumpe schickt sich an, schon kurz nach der Aufnahme in das Marktanreizprogramm (MAP) bei den Antragszahlen die Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse zu überholen. Dies geht aus der Vorabfassung einer Antwort der Bundesregierung (Drucksache 16/8642) auf eine Kleine Anfrage einiger Abgeordneter und der Fraktion der FDP im Bundestag hervor. Danach wurden im Januar und Februar 2008 insgesamt 3286 Anträge zur Förderung einer Wärmepumpe und 3401 Anträge für Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse bis 100 kW (Pellet-, Scheitholz- und Hackschnitzelheizkessel) gestellt. Im gleichen Zeitraum sind 9603 Anträge auf Investitionskostenzuschüsse für Solarkollektoranlagen gestellt worden. Im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geht man davon aus, dass 2008 für bis zu 50.000 Wärmepumpen Investitionszuschüsse aus dem MAP beantragt werden (Interview mit Gerhard Schallenberg). Aus der Sicht der Bundesregierung bewegt sich die Fördertätigkeit wegen der saisonal bedingten Investitionszurückhaltung und der Umstellung auf „eine weitaus komplexere Förderung“ auf dem erwarteten Niveau. Besonders gut werde das neue Bonussystem für besonders effiziente oder innovative Anwendungen und die erstmalige Förderung effizienter Wärmepumpen angenommen.

Mehr gefördert, weniger verkauft
2007 sind im Marktanreizprogramm nur etwa 70% der verfügbaren Mittel (213 Mio.) „verausgabt“ worden. In der Antwort der Bundesregierung heißt es dazu: „Wegen der Degression bei den Fördersätzen konnten im Vergleich zum Vorjahr 2006 jedoch ca. 18% mehr Vorhaben gefördert werden und mit der Förderung ein um 14% höheres Investitionsvolumen angestoßen werden.“ Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass die Frage so wie die Antwort auf die „Verausgabung“ der Mittel abzielt. Durch den MAP-Förderstopp Mitte 2006 sind Anfang 2007 viele Anlagen aus dem Vorjahr finanziell für das MAP wirksam geworden. Tatsächlich beklagte die Heizungsindustrie 2007 Absatzrückgänge von 35% bei Solarkollektoren und 66% bei Holzheizungen. Als Gründe für das geringe Antragsniveau in 2007 nennt die Bundesregierung Vorzieheffekte in 2006, den milden Winter 2006/07, den zeitweise hohen Preisanstieg bei Holzpellets und die Debatte in den Medien zu vermeintlich hohen Feinstaubemissionen durch Pelletheizungen.

Bald könnten Nachbesserung kommen
Die aktuelle MAP-Förderrichtlinie ist auf das verfügbare Mittelvolumen von 350 Mio. Euro im Jahr 2008 ausgerichtet. Maßnahmen, um die zur Verfügung stehenden Mittel auch in voller Höhe in Investitionen umzusetzen, sind aber nach Informationen der GEB-Redaktion zumindest für Teilbereiche in Vorbereitung. Falls nicht eine unerwartete Antragsflut ausbricht, dürfte zunächst die Frist für die seit Oktober 2007 gültige „Bonusförderung für Solar plus Öl/Gas-Brennwertheizkessel bei Erneuerung eines Öl/Gas-Nichtbrennwertheizkessels“ über das planmäßige Ende 30. Juni 2008 (Tag des Antragseingangs der vollständigen Antragsunterlagen und aller geforderten Nachweise beim BAFA) hinaus verlängert werden. Hintergrund: Der Programmteil stößt erst in den letzten Wochen auf nennenswerte Resonanz. Mit Hinweisen auf Nachbesserungen hält sich die Bundesregierung aber bedeckt. Zunächst sei es erforderlich, „die Programmentwicklung über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu beobachten, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden“. Allerdings sind nach Informationn der GEB-Redaktion auch technische Änderungen in Vorbereitung, beispielsweise soll künftig bei der Berechung der Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe die Trinkwassererwärmung berücksichtigt werden. GLR


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