GEB Newsletter: 18-2007 | 26.07.2007

AUFGELESEN

„EnEV basiert auf Denkfehler“

Die in der Energieeinsparverordnung festgelegten Grenzwerte für den Wärmedurchgang bei Gebäuden dienen hauptsächlich als Verkaufshilfe für die Dämmstoffindustrie. Diese Meinung vertritt der Architekt Christoph Schwan in der aktuellen Ausgabe 8/2007 des Technologiemagazins Technology Review.

„EnEV deckt nur 2% der Energiebilanz ab“
Wer heute baut, achtet auf gute Wärmedämmung, wie sie die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt. Doch für Christoph Schwan, Architekt und Träger des zweiten Preises beim Award der KfW-Förderbank, ist das ein Irrweg: „Der Denkfehler ist die Vorstellung, dass die im Gebäude durch Heizung erzeugte Wärme das Bedürfnis hat, durch Fenster und Wände ins Freie zu verschwinden. Aber die Heizung ist ja nicht die einzige Energiequelle. Die Umgebung strahlt auch ungeheure Energiemengen ab.“ Insgesamt decke die EnEV nur 2% der gesamten Energiebilanz eines Hauses ab.

„Verordnete Dämmung ist zu dick“
Wer sich beim Bauen strikt an die Verordnung halte, „landet damit zwangsläufig bei einer viel zu dicken Dämmung“, so Schwan weiter. Als Alternative hat er die „Thermosfassade“ entwickelt: Ähnlich wie eine Thermoskanne funktioniert sie mit einer reflektierenden Fläche und evakuierten Luftschichten. Die TU Berlin hat bei diesem Verfahren laut Schwan eine Energieeinsparung von 56% gegenüber konventioneller Dämmung festgestellt – wohingegen die Dämmstoffindustrie bislang „nicht einen einzigen Nachweis über die energetische Wirksamkeit ihrer Produkte“ vorgelegt habe. GLR

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