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Energieeffizienz wichtigstes Handlungsfeld für globalen Klimaschutz

Der in London vorgestellte World Energy Outlook 2018 der Internationalen Energie Agentur (IEA) unterstreicht die Schlüsselrolle der Energieeffizienz für das Erreichen der globalen Klimaziele. Energieeffizienz könnte laut IEA mehr als ein Drittel zur Minderung der energiebedingten Treibhausgas-Emissionen beitragen. Der Report verdeutlicht, dass die bisherigen Bemühungen der Regierungen nicht ausreichen, um einen nachhaltigen Entwicklungspfad einzuschlagen.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF) appelliert an die Bundesregierung, mehr für die Steigerung der Energieeffizienz zu tun. Der Koalitionsvertrag und die bisherige Regierungsarbeit seien unzureichend, um die selbstgesteckten Klima- und Energiewendeziele zu erreichen.

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF: „Die Zahlen der IEA unterstreichen einmal mehr, wie wichtig eine konsequente Energieeffizienzpolitik wäre. Leider agiert die Bundesregierung – trotz des akuten Handlungsbedarfs – weitgehend konzeptlos. Dringend notwendige Maßnahmen wie die Steuerförderung für Gebäude-Sanierungen, die Vorbildrolle der öffentlichen Hand und eine Energieeffizienz-Strategie für den Industriesektor müssen jetzt endlich konkret angepackt werden. Für ein Hochtechnologieland wie Deutschland eigentlich ein No-Brainer, die Bundesregierung legt jedoch weiter die Hände in den Schoß.“

© OECD/IEA 2018 World Energy Outlook, IEA Publishing, Licence: www.iea.org/t&c
Die Grafik zeigt, dass die Steigerung der Energieeffizienz 37 % zur Minderung der energiebedingten Treibhausgas-Emissionen beitragen kann. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien kann ähnlich viel beitragen (34 %). Der politische Nachholbedarf bei der Energieeffizienz ist allerdings sehr groß, da das Thema trotz aller Bekenntnisse („Efficiency First“) jahrelang stiefmütterlich behandelt wurde. Bei einem Weiter-wie-bisher könnte die globale Energienachfrage bis 2040 durch ein deutliches Bevölkerungswachstum (+1,7 Mrd. Menschen) um ein Viertel auf 12,6 Mrd. Tonnen Rohöl-Äquivalente (RÖE) steigen. Ohne bestehende und geplante Energieeffizienzpolitiken, wie gesetzliche Mindeststandards, wäre die Energienachfrage sogar um weitere 2,9 Mrd. Tonnen höher, so die IEA. Einzig die politische Nutzung aller wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz könnte diesen Anstieg auf 250 Mio. Tonnen begrenzen.

Hierfür bedarf es jedoch stabiler politischer Leitplanken für die Energieeffizienz-Steigerung. Im Gebäudesektor stellt der Report die Relevanz der EU-Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie (EPBD) heraus. Die IEA erwartet von einer konsequenten Umsetzung der Richtlinie langfristige Energieeinsparungen im Gebäudesektor, insbesondere durch eine deutliche Steigerung der Sanierungsrate. Im „New Policies Scenario“, einer Fortführung bestehender und Umsetzung geplanter Politiken, stiege diese ab dem Jahr 2020 auf ca. 2 % an. Im „Sustainable Development Scenario”, einem nachhaltigen Entwicklungspfad also, gar auf ca. 4 %. Dies käme einer Senkung der Energie-Nachfrage im Gebäudesektor um fast ein Viertel bis 2040 gleich. Die Richtlinie war im Sommer in Kraft getreten und muss nun innerhalb von 20 Monaten in den Nationalstaaten umgesetzt werden. Hierzulande wartet man dagegen weiterhin auf die Umsetzung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), obwohl bis spätestens Ende dieses Jahres ein Niedrigstenergiestandard für Gebäude nach Brüssel gemeldet werden muss – sonst droht Deutschland ein Vertragsverletzungs-Verfahren. Dringend notwendige Impulse für eine effizienteren Umgang mit Energie im Gebäudesektor erwarten Experten jedoch nicht von dem Gesetz.

www.deneff.org