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Berechnungsunterlagen Energiebedarfsausweis

Ist es üblich bei Erstellung und anschließender Übergabe eines Energiebedarfsausweises die Berechnungsunterlagen mit zu übergeben ?
Hab jetzt schon 2. Kunden der die Berechnungsunterlagen seperat haben will, da er mit dem Ergebnis (aus seiner Sicht !) nicht zufrieden ist.
Vielleicht kann mir ein Kollege einen Tipp geben.
Danke im voraus.

VG Gebäudeenergieberater HWK
Plössner Richard
Datum: 16.11.2015 15:12:25

Re: Berechnungsunterlagen Energiebedarfsausweis

Ob der Kunde formal ein Recht auf Aushändigung hat, mag ein Jurist klären. Aber ich kann nachvollziehen, daß ein Kunde Ergebnisse hinterfragen will. Insbesondere bei Berechnung nach 4108+4701 können sich, je nach Wahl der Methode, recht unterschiedliche (durchweg richtige) Ergebnisse zeigen. Z.B ist bei der Darstellung der Anlagentechnik das Tabellenverfahren immer weit auf der sicheren Seite, während das detaillierte Verfahren eine genauere Datenerfassung verlangt (also auch höheres Honorar). Ähnliches gilt bei der Erfassung von Wärmebrücken, von Bauteilen (Typologie oder genau) etc etc. Ich stelle dies im Vorgespräch den Kunden dar, und lasse somit die Freiheit, den Leistungsumfang nach Bedarf zu wählen. Dann habe ich auch keine Probleme damit, auf Wunsch die erechnung auszuhändigen.
Datum: 16.11.2015 16:44:10

Re: Berechnungsunterlagen Energiebedarfsausweis

Die Frage reduziert sich m.E. auf die Frage: Was ist privatrechtlich vereinbart? Aus den öffentlich-rechtlichen Anforderungen kann ich nicht die Pflicht ableiten, Berechnungsunterlagen mit zu übergeben. Davon würde ich auch die Finger lassen, denn "viele Wege führen nach Rom", die EnEV kennt zig Berechnungswege, die dann auch genau mit dem Kunden vereinbart werden müssen. Üblicherweise händigen wir keine dann kritisierbaren Details aus, wohl aber wird intern sauber und ausführlich der Rechenweg dokumentiert. Es wird ein Werk geliefert, welches mangelfrei sein muss. Definiert man Details der Erstellung dieses Werkes dadurch, dass man Berechnungsdetails dem Energieausweis beilegt, gehören diese automatisch vertraglich dazu und aus dieser Nummer kommt man dann nicht mehr raus: das muss dann auch alles völlig korrekt und mangelfrei sein. Gibt man diese nicht raus und der Kunde ist nicht zufrieden, soll er erst einmal nachweisen, was genau denn falsch sein soll oder, dass er den gewählten Rechenweg nicht so haben wollte.
Interessant könnte es sein, wenn die Beauftragung lautet "Rechne und hol' den besten Wert für mich dabei raus!". Da kommt m.E. dann eine sehr kritische, dienstvertragliche Kompenente dazu.
(Wer so etwas vereinbart, hat die EnEV sowieso nicht ansatzweise verstanden...).
Aber ACHTUNG: das ist meine "juristische Laienmeinung".
Das sieht in anderen Bereichen durchaus anders aus: im Rahmen von Energieaudits nach DIN 16247-1 müssen die Rechenwege auf jeden Fall nachvollziehbar und sauber dokumentiert werden, das ist per Norm, die von einer Förderrichtlinie (BAFA-Mittelstand) oder einem Gesetz (EDL-G) genutzt wird, zwingend vorgeschrieben!
Auch im Bereich der EnEV-Anwendungen z.B. für KfW-Anträge sehe ich das ebenfalls anders: da müssen die Berechnungsunterlagen und die Rechenwege bis in das letzte Detail dokumentiert und vertraglich vereinbart werden, da mir als sachverständigem Energieberater absolut klar zu sein hat, dass es einen "Kläger" namens KfW gibt! Und in letzteren Bereichen ist der Kunde i.d.R. auch bereit, diesen Aufwand zu honorieren, wovon man bei der Erstellung von Energieausweisen ja weit entfernt ist.
Datum: 16.11.2015 18:12:45

Re: Berechnungsunterlagen Energiebedarfsausweis

>
>..... ist der Kunde i.d.R. auch
>bereit, diesen Aufwand zu honorieren, wovon
>man bei der Erstellung von Energieausweisen ja
>weit entfernt ist.

Wenn der Kunde dazu nicht bereit ist, ist es nicht mein Kunde.....Oft mündet eine Ausweiserstellung in eine Energieberatung, vor allem bei NWG.
Datum: 17.11.2015 09:55:00

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