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Was gilt als Heizungssystem? + Förderung handbeschickter Holzpelletsöfen?

Ein Kunde hat ein Haus gekauft und möchte nun möglichst ökologisch sanieren, u.a. einen Pelletsofen mit Wassertasche einbauen. Laut BAFA bekommt man die Basisförderung für die Errichtung einer Biomasseanlage, wenn im Gebäude ein Heizungssystem vorhanden war; und, es muss zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Anlage bereits seit mindestens zwei Jahren installiert gewesen sein (Gebäudebestand).

Frage 1: Gilt die im Haus vorhandene Konstellation a) „Marmorheizplatten (also Strom) zur Luftbeheizung" + b) "Heizwasserboiler im Dachboden für Warmwasser“ als ein Heizungssystem?

Frage 2: Gibt es überhaupt 'Holzpelletsöfen mit Wassertasche', bei denen man zwar die Holzpellets händisch einfüllt, diese Öfen aber trotzdem als eine „automatisch beschickte Anlage“ bezeichnet und somit gefördert werden können? - Hinweis dazu: Laut der BAFA-Liste für förderfähige Biomasseöfen mit automatischer Beschickung und für händische Befüllung werden für letztere nur Scheitholz-, aber keine Holzpellets-Biomasseöfen genannt.

Danke im Voraus für Ihre aussagekräftigen und praxisrelevanten Rückantworten.

Datum: 11.10.2018 17:27:27

Re: Was gilt als Heizungssystem? + Förderung handbeschickter Holzpelletsöfen?

Ich habe die Antworten vom BAFA bekommen:

1) Weil beide Wärme produzieren, gelten Marmorheizplatten und WW-Boiler als Heizsystem.

2) „In Liste der förderfähigen Biomassekessel schauen unter automatisch beschickte Heizkessel/-öfen – denn, es gelten auch Holzpelletsöfen mit Förderschnecke als automatisch beschickt.“

Datum: 12.10.2018 09:10:56

Re: Was gilt als Heizungssystem? + Förderung handbeschickter Holzpelletsöfen?

1. Heizungssystem:
Der Warmwasserboiler unter dem Dach ist ja per Definition schon ein Warmwasser- und kein Heizungssystem.
Die el. beheizten Marmorplatten, also eine elektrische Direktheizung, ist zwar ein Heizsystem, aber keines in das ich einen Pelletprimärofen mit Wassertasche einbinden kann. Isofern verwundert mich die Antwort des BAFA zur Förderfähgkeit. M.E. ist ein zentrales statisches Warmwasserheizsystem gemeint, welches bestehend aus Netz und Übergabe (z.B. Heizkörper, Fußbodenheizung, etc.) älter als 2 Jahre ist und nun mit einem regenerativ versorgeten neuen Wärmeerzeuger ausgerüstet wird.

2. handbeschickter Pelletofen:
Es gibt handbeschickte Pelletöfen mit Vorräten für ein halbes Jahr. Die stehen dann meist im Heizungskeller. Die mit deutlich kleineren Vorratsspeichern - für 1-2 Tage- bestückten Pelletprimäröfen werden dagegen gerne im Wohnbereich aufgestellt um das lodernde Feuerchen zu sehen. Natürlich haben auch diese Öfen eine kleine Pelletfördereinrichtung installiert um den Brennraum zu beschicken. Erst dadurch wird eine kontrollierte und geregelte Verbrennung möglich. Und das meinte m.E. auch das BAFA mit automatisch beschickt, also automatisch beschickte Brennkammer und nicht automatische Beschickung der Kesselanlage aus dem Vorratslager, denn letzteres trägt weder zur Energie- noch Ressourceneinsparung bei... .
Datum: 23.10.2018 10:45:58

Re: Was gilt als Heizungssystem? + Förderung handbeschickter Holzpelletsöfen?

Ist nicht alles, was warm macht, eine Heizung? Auch Einzelöfen sind doch- unabhängig vom Brennstoff Strom, Öl, Holz, usw. - Teil der Heizung. In jedem Raum steht ein Ofen, also habe ich ein Wärmeerzeugungs- und -Verteilsystem.
Jedes Wärmesytem besteht immer aus den drei Teilen Wärmeerzeugung, Wärmeleitung und Wärmeübergabe.
Das muss nicht eine zentrale Feuerstätte mit dem Wärmeträger Wasser sein. Auch der Einzelofen ist ein Wärmeerzeuger, die -leitung erfolgt per Transmission vom Innern des Ofens an seine Außenhaut, die -übergabe dort erfolgt per Konvektion oder Strahlung.

Dass im Altbau eine Heizung vorhanden gewesen sein muss, bezieht sich m. E. nur darauf, dass dieses Gebäude beheizt und damit ein Wohnhaus war. Alles andere ist eine Umwandlung oder Umnutzung von Nichtwohngebäuden und hier finanziert BAFA nicht mit.
Datum: 18.06.2019 10:20:38

Zurück zum Bewährten?

Unabhängig dieser konkreten Frage stelle ich immer wieder fest, dass bei den jungen Kollegen*innen das Grundwissen der Heiztechnik und der Heizungsfunktionen fehlt. Viele kennen nur die jetzige Technik mit zentralem Heizkessel. Das es noch andere Varianten gibt oder gab, gerät in Vergessenheit.
Ich setze vermehrt wieder raumluftunabhängige Gasdurchlauferhitzer oder kleine elektrische Heißwasserbereiter ein. Letztere sind in Küchen, an Waschbecken sinnvoll, wenn eine PV-Anlage da ist. Heißwasser nur dort und nur dann, wenn es gebraucht wird. Gerade in kleinen Niedrigenergiehäusern eine prima Sache. Der etwas schlechteren Verbrennungseffizienz stehen Vorteile gegenüber: keine Bevorratung, kein Brackwasser, keine Bereitstellungs- und Leitungsverluste, viel preiswerter als Solarthermie.
Datum: 18.06.2019 10:29:46

Re: Zurück zum Bewährten?

Gas ?  Elektro ? hm....

Zurück zu "Bewährtem" bedeutet auch max. CO2 und andere Umweltverschmutzung.

Meiner Meinung nach kann der einzige Faktor für die Auslegung einer Heizungsanlage das Treibhauspotential dieser Anlage sein. Wozu gehen denn zur Zeit tausende junge (und auch ältere) Menschen auf die Straße?

Datum: 24.06.2019 12:32:44

Re: Zurück zum Bewährten?

Zitat "zurück zu "Bewährtem" bedeutet auch max. CO2 und andere Umweltverschmutzung."

Genau das bedeutet es eben nicht. Dezentrale Geräte, keine Bevorratung, kurze Wege usw. sind unter dem Strich effizienter. Unsere heutige Heiztechnik - egal mit welcher Energie - hat zuviel SchnickSchnack, den fast niemand braucht, aber aufwändig und teuer hergestellt, eingebaut, transportiert, gewartet, repariert werden muss.
Es ist gut, dass genauer geregelt wird, das Anpassung von allein erfolgt, das das verbrennungsverhalten gesteuert wird. Keine Frage, aber ist nicht oft manches total überzogen? Ich habe in meinen fast 50 Berufsjahren nur ein einziges Mal einen zerrissenen Wärmetauscher im Heizkessel erlebt. Kaputt geht immer nur das Drumherum. Manchmal ist weniger mehr. Das meinte ich mit "zurück zu Bewährtem".

Datum: 24.06.2019 13:05:37

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