Anmelden

Sie haben noch keine Zugangsdaten?  Neu registrieren

- Sie müssen zum Beobachten angemeldet sein -

1 Tag 1 Woche 1 Monat
- keine neue Beiträge - - keine neue Beiträge - 25 neue Beiträge

Bewerten Sie dieses Thema:

Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Hallo Kollegen,

erstellt ihr Wärmebrückennachweise bereits zur/vor Antragsstellung bei der KfW?

Ich handhabe das in der Regel so, dass ich das Gebäude bilanziere und dann abschätze, welcher WB-Zuschlag mindestens für das Erreichen eines gewünschten KfW-EH-Niveaus nötig ist.
In der Regel kann man ja abschätzen, wo die Reise in etwa hingeht, falls die Berechnung nur knapp ausreicht, kann ja in der Detailplanung noch gefeilt oder Dämmstärken erhöht werden.

Ich bin selbst kein Planer und in der Regel bilanziere ich die Gebäude zeitlich [b]nach[/b] der Eingabeplanung, zu diesem Zeitpunkt liegt noch keine Detailplanung vor, der Bauherr möchte aber schon die Sicherheit einer KfW-Finanzierung haben und den Antrag stellen.
Also stelle ich den Antrag mit dem reell erreichbaren EH-Niveau und erstelle den WB-Nachweis erst [b]nach[/b] der fertigen Detailplanung des Architekten, d. h. spätestens nach Erstellung der BnD.

Ist das überhaupt "sauber" so? Streng genommen muss man doch den WB-Nachweis doch bereits zur BzA erstellt haben?
Auf der anderen Seite gibt es vermutlich keinen einzigen Fall, wo die KfW bereits bei der BzA nach Unterlagen verlangt...

Wie macht ihr das??
Datum: 21.02.2018 13:25:40

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Guten Morgen,
ich gehe im Prinzip genau so vor.
Ich vergleiche das mit dem Eingabeplan selbst: der Eingabeplan zeigt ja auch nur das "geplante" Ziel. Die Werkplanung und Bauausführung ist dann so zu gestalten, dass der Eingabeplan eingehalten wird.

Aber ein amtliches Kommentar dazu würde mich auch interessieren.
Gruß
Datum: 22.02.2018 08:27:49

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Natürlich ist es sinnvoll, die Wärmebrücken erst zu rechnen, wenn die Detailplanung vorliegt. Wenn man die Berechnung schon früher durchführt ergeben sich dann noch so viel Änderungen, dass man sie im Prinzip ein zweites Mal macht.

Trotzdem muss man eigentlich den Wärmebrückenzuschlag schon zum Bauantrag wissen, da hierfür die Energiebilanz schon fertig sein muss. Gleichwohl ist erst diejenige Energiebilanz maßgeblich, die den fertigen Zustand des Gebäudes widerspiegelt. Hier ist dann auch die endgültige Wärmebrückenberechnung notwendig.

Der KfW-Förderantrag muss eigentlich erst gestellt werden, bevor der erste Handwerker auf der Baustelle beginnt. Es ist sogar möglich, den Kreditantrag zu stellen, solange das Vorhaben zu weniger als 50% realisiert ist (Baufortschritt kleiner 50%, weniger als 50% der Kaufpreises gezahlt) unter der Voraussetzung, dass vor Baubeginn ein aktenkundiges Finanzierungsgespräch zum KfW-Kredit geführt wurde. Dann müsste eigentlich die Planung soweit sein, dass die Wärmebrücken berechnet werden können.

Zum Schluss dann stellt der Sachverständige in Verbindung mit der BnD alle Unterlagen zusammen, darunter auch das Formblatt für die Wärmebrückenberechnung.

Jetzt habe ich aber gerade bei einem Projekt die Erfahrung gemacht, dass die Wärmebrückenberechnung schon früher erforderlich sein kann, nämlich dann, wenn die KfW nach dem Antrag eine Prüfung der Planung durchführt. Dann fordert sie nämlich auch die Wärmebrückenberechnung ein. Bei meinem Projekt war die Detailplanung bei weitem noch nicht abgeschlossen und ich musste deshalb die Berechnung aufgrund einer sehr vagen Planung erstellen. In der Folge entstehen natürlich für mich weitere Kosten, da die Berechnung nochmal überarbeitet werden muss. Dies habe ich aber vorher mit dem Bauherren kommuniziert und mir genehmigen lassen.

Möglicherweise hätte sich die KfW auch damit zufrieden gegeben, wenn ich gesagt hätte, dass ich zuerst einen pauschalen Zuschlag aufgrund meiner Erfahrung gemacht habe und die genaue Berechnung erst im Laufe der Maßnahme erfolgt.

Datum: 22.02.2018 10:37:50

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Zitat: "Jetzt habe ich aber gerade bei einem Projekt die Erfahrung gemacht, dass die Wärmebrückenberechnung schon früher erforderlich sein kann, nämlich dann, wenn die KfW nach dem Antrag eine Prüfung der Planung durchführt."

Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, kann man auch folgendes machen (das ist auch legal erlaubt).
1. Man bilanziert das Gebäude und gibt die Daten ins KfW Formular ein, um die Plausibilitäsüberprüfung abzuchecken.

2. Man beantragt eine KfW Effizienzhaus nach Referenzwerten und liefert dann erst bei der BnD die detaillierte Bilanzierung nach.

Dies hat den Vorteil, dass bei einer vorzeitigen Überprüfung extrem wenig Planungsunterlagen eingereicht werden müssen.

Grüße,

Sony Ony
Datum: 23.02.2018 08:06:22

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Ok, ist für das Effizienzhaus 55 richtig. Gilt aber nicht für das Effizienzhaus 40.

Datum: 23.02.2018 08:38:02

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

ja, das stimmt leider.
Datum: 23.02.2018 08:52:00

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Das mit der BzA unter Angabe eines KfW Effizienzhaus nach Referenzwerten ist eine Idee, die ich auch schon hatte.
Ich glaube in Zukunft ist DAS - zumindest bis KfW EH 55 - mein Weg. Spricht ja nichts dagegen, dass man in der Planungsphase davon ausgeht, alles nach den Referenzwerten umzusetzen und dann im Laufe des Bauvorhabens doch einen detaillierten Nachweis erstellt.
Das entspricht ja auch oftmals der Baupraxis.

Eine genauere Aussage der KfW zu diesem Thema wäre dennoch wünschenswert. sie sollte sich da m. M. nach etwas genauer positionieren.
Das Thema WB-Zuschlag ist dem Kunden in den meisten Fällen ohnehin schon schwer zu vermitteln, v. a. weil es bis vor ein paar Jahren durchaus möglich war, mit den pauschalen WB-Zuschlägen (zumindest mit den 0,05) ein KfW-EH-Niveau zu erreichen.
Dies ist heutzutage quasi auszuschließen und in Zukunft sowieso.

Vielleicht sollte man sich ZUMINDEST im Neubaubereich auf geringere pauschale Zuschläge einigen, denn wenn man heutzutage im Neubau WB-Zuschläge von 0,10 oder auch 0,05 W/m²K hat, dann hat man ein komplett verpfuschtes Gebäude vor sich.
Wenn nach den Regeln der Technik gebaut und alle Gesetzesvorgaben eingehalten werden, wird man im Neubau nur bei groben Verfehlungen Wärmebrückenzuschläge von 0,01 oder mehr erreichen.
Meiner Meinung nach sollte im Neubau auch ohne Gleichwertigkeitsnachweis oder detaillierte Berechnung ein pauschaler Zuschlag von 0,05 W/m²K mehr als ausreichend sein.
Datum: 23.02.2018 10:27:31

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Für die WB-pauschal-Rechner: Das neue Beiblatt 2 (Vornorm ist raus, Einspruchsfrist ist abgelaufen) bringt da bald erhebliche Verbesserungen: zum einen um die 400 bewertete WB, also endlich eine halbwegs praxisbezogene Grundlage, zum anderen 2 Qualitätsstufen, von denen 0,05 Zuschlag die schlechtere ist.
Ansonsten handhabe ich das wie Sony. (Erfahrungswerte mit Sicherheitszuschlag, genaue Berechnung zur BnD)
Gruß
Ulf
Datum: 23.02.2018 11:33:45

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Liebe Kollegen,

es geht noch viel einfacher, wobei auf die eine Möglichkeit eines KfW-Antrags nach Baubeginn bereits hingewiesen wurde.

Wenn zum Zeitpunkt des KfW-Antrags noch kein WB-Berechnung ausgeführt werden konnte, dann setzt Euren "WB-Erfahrungswert" für das Gebäude ein oder schlicht 0,05 und beantragt das bestmögliche Effizienhaus, was für Sanierung und Neubau gleichermaßen gilt.

Und wenn beim VWN das beantragte Effizienzhaus nicht erreicht werden sollte, dann gibt es eine Herabstufung. Aus dem Effizienzhaus-Niveau herausfallen sollte man allerdings nicht, dann kann es mit einer Rückabwicklung etwas unangenehmer werden.
Grundsätzlich fällt jedoch jede Entscheidung im Einklang und Gespräch mit dem Kunden.
Datum: 27.02.2018 12:15:40

Re: Wärmebrückennachweis bereits VOR KfW-Bestätigung zum Antrag?

Diese Diskussion fanden wir in der GEB-Redaktion so lesens- und wissenswert, dass wir sie im GEB 06 im Beitrag "Brückenschlag" aufgenommen haben, ergänzt durch einige Expertenkommentare.

Datum: 09.05.2018 11:12:45

Frage des Monats

Haben Sie in diesem Jahr mehr Nachfragen zur Erstellung von Energieausweisen bekommen als in den Vorjahren?

Abstimmen
Wissenscheck

Testen Sie Ihr Wissen und lernen Sie dazu! Jeden Monat stellen wir Ihnen vier Fragen aus dem GEB-Umfeld und erläutern die richtige Antwort.

GEB-Newsletter

Ja, ich möchte den GEB-Newsletter kostenlos abonnieren: