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Re: Was halten Sie vom individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Dazu erreichte die Redaktion folgender Leserbrief von Energieberater Peter Uenning:

„Den Sanierungsfahrplan halte ich für eine Fehlentwicklung! Zum einen kann ich gut nachvollziehen, dass einige Beratungsempfänger nicht sofort "alles" machen wollen. Zum anderen glaube ich aber nicht, dass es sinnvoll ist, eine Beratung durchzuführen, bei der die eine Maßnahme auf der vorherigen Maßnahme aufbaut.
Ich sehe ein großes Problem in der Beratung dadurch, dass bei einem Sanierungsfahrplan die Endlösung bereits feststehen müsste, um ein stufenweises Vorgehen näher zu erläutern. Der Versuch, unterschiedliche Szenarien (z.B. Pelletheizung und Solaranlage im Vergleich zu PV und Wärmepumpe) in einer Beratung vor dem Hintergrund eines Sanierungsfahrplans zu erläutern, ist schier unmöglich und würde nicht nur den Beratungsempfänger, sondern auch den Berater überfordern. Das widerspricht m.E. auch grundlegend dem Sinn der persönlichen Beratung vor Ort! Deshalb ist die Zielrichtung schlicht zu kurz gesprungen und fehlgeleitet! Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass es sich bei dem Sanierungsfahrplan nicht um einen Wunsch der Beratungsempfänger handelt, sondern vielmehr um den Versuch, Sanierung schmackhaft zu machen. Ob nach dem ersten Schritt der zweite auch kommt, ist nicht gesagt. Ich kenne vermeintlich interessierte Sanierungswillige, die glauben, mit der Durchführung einer Thermographie schon genug getan zu haben.
Bei der intensiven Beratung vor Ort (und damit meine ich das Beratungsgespräch, nachdem der Bericht erstellt wurde) kann auf die verschiedenen Auswirkungen der Wahl des Primärenergieträgers eingegangen werden. Schon damit entscheidet sich oft der Weg zu einem Effizienzhaus. Ich halte es für den wesentlichen Punkt, der durch die Unabhängigkeit und Ergebnisoffenheit der Beratung die Möglichkeit eröffnet, beim Beratungsempfänger die Tür aufzustoßen für eine grundsätzliche und weitblickende Entscheidung auch im Bezug auf die künftigen Energiekosten. Ein Vorschlag zur stufenweisen Umsetzung ist im Anschluss an die Entscheidungsfindung natürlich Teil meiner Beratungen.
Hier ein "Tool" zu entwickeln, mit dem sich ein Berater "per Klick daraus zwei Booklets für die Hauseigentümer als PDF-Dateien" generieren kann, halte ich für der Sache nicht dienlich! Auch wenn das Booklet durch eigene Texte frisiert werden kann, halte ich es nicht für geeignet, eine individuelle Beratung auf der Basis eines Sanierungsfahrplans durchzuführen. Abgesehen davon gibt es bereits eine bekannte Software, die sehr wohl in der Lage ist, sehr qualifizierte Berichte zu generieren, die ich auch mit Bildern versehen kann und deren Gliederung ich selbst in der Hand habe. (Auch wenn es sich dabei nicht um die am weitesten Verbreitete handelt.) Auch die Fähigkeit zur neutralen Vermittlung des komplexen Sachverhaltes spielt eine große Rolle bei der Frage nach der Qualifikation des Beraters. Darüber hinaus gibt es keinen Grund, dafür eine bundesweit einheitliche Beratung zu favorisieren.
Dass das Handwerk aus der Thematik wieder ableiten möchte, auch bezuschusste Energieberatung durchführen zu dürfen, gibt mir Anlass zur Sorge darüber, dass die neutrale und ergebnisoffene Beratung in höchster Gefahr ist. Hier wackelt mal wieder der Schwanz mit dem Hund.“

Datum: 30.05.2017 11:32:19

 

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