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Wie sinnvoll ist der hydraulische Abgleich bei bestehenden Fußbodenheizungen?

Damit der Betreiber einer Heizungsanlage von wirtschaftlichen Vorteilen des hydraulischen Abgleichs profitiert, müssen einige Randbedingungen beachtet werden. Im Beitrag Optimierung statt Konfusion im GEB 11-2016 beschreiben Dieter Wolff und Peter Teuber eine Vorgehensweise für den hydraulischen Abgleich, die einen ersten Kompromiss zwischen den Anforderungen aktueller Förderprogramme und den Erfahrungen der Ostfalia mit verschiedenen Optimierungsaufgaben darstellt.

Die Autoren bemängeln, dass bei Bestandsflächenheizungen ohne vorhandene Auslegungsunterlagen das Berechnungsergebnis weitgehend auf Schätzungen unter falschen Annahmen entgegen den Auslegungsregeln der DIN-EN 1264-3 beruht. Deshalb empfehlen sie den Fördermittelgebern, auf eine verpflichtende Optimierung bestehender Flächenheizungen als Fördervoraussetzung für den Kesseltausch zu verzichten. Was denken Sie darüber?

Datum: 07.11.2016 10:46:20

Re: Wie sinnvoll ist der hydraulische Abgleich bei bestehenden Fußbodenheizungen?

Fußbodenheizungssystem ist nicht gleich Fußbodenheizungssystem, so gibt es ältere Systeme ganz ohne Thermostate auf den Heizkreisverteilern oder es fehlt die Alternative der Raumtemperaturreglung über Raumthermostate. Die Reglung ausschließlich über die Kesselreglung (Vorlauftemp. und Zeit) führt dann oft zu ungewollt hohen Raumtemperaturen. Ob ein bestehender Heizkreisverteiler entsprechend mit Stellantrieben nachgerüstet werden kann ist auch von den Platzverhältnissen im Verteilschrank abhängig. Jedenfalls besteht bei solchen Anlagen ein voraussichtlich hohes Einsparpotential. Die Energieeinsparung resultiert dann weniger durch einen erhöhten Brennwertnutzen, sondern vielmehr durch ein angepasstes und reduziertes Temperaturniveau in den jeweiligen Wohnräumen. Bei Gebäuden mit geringem Dämmstandard dürfte die Einsparung im Vergleich zu besser gedämmten Gebäuden höher sein.
Fördermittelgeber wie die KfW orientieren sich bei der Gestaltung ihrer Programme auch an der Energieeinsparverordnung. Welche Forderungen stellt also die EnEV an ein Heizungssystem?

EnEV 2014, §14 Verteilungseinrichtungen und Warmwasseranlagen
(1) Zentralheizungen müssen beim Einbau in Gebäude mit zentralen selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr sowie zur Ein - und Ausschaltung elektrischer Antriebe in Abhängigkeit von
der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße und
der Zeit
ausgestattet werden. Soweit die in Satz 1 geforderten Ausstattungen bei bestehenden Gebäuden nicht vorhanden sind, muss der Eigentümer sie nachrüsten.

(2) Heizungstechnische Anlagen mit Wasser als Wärmeträger müssen beim Einbau in Gebäude mit selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur ausge-stattet werden; von dieser Pflicht ausgenommen sind Fußbodenheizungen in Räumen mit weniger als sechs Quadratmetern Nutzfläche. Satz 1 gilt nicht für Einzelheizgeräte, die zum Be-trieb mit festen oder flüssigen Brennstoffen eingerichtet sind. Mit Ausnahme von Wohngebäuden ist für Gruppen von Räumen gleicher Art und Nutzung eine Gruppenregelung zulässig. Soweit die in Satz 1 bis 3 geforderten Ausstattungen bei bestehenden Gebäuden nicht vorhanden sind, muss der Eigentümer sie nachrüsten; Fußbodenheizungen, die vor dem 1. Feb-ruar 2002 eingebaut worden sind, dürfen abweichend von Satz 1 mit Einrichtungen zur raum-weisen Anpassung der Wärmeleistung an die Heizlast ausgestattet werden.


Zentrale „Vorreglung“ sowie die Einzelraumreglung sind also beim Einbau vorgeschrieben. Für ältere Fußbodenheizungen vor der Einführung der EnEV 2002 stellt die EnEV 2014 aber etwas verklausuliert klar, dass als Alternative zur raumweisen Reglung auch der hydraulische Abgleich möglich ist. Vorausgesetzt dies ist so richtig interpretiert, sollte auch der umgekehrte Fall, also Einzelraumreglung statt hydraulischem Abgleich möglich sein. Dies könnte man so in den einschlägigen Förderprogrammen verankern oder besser klarstellen. In jedem Fall führt dann die eine oder andere Maßnahme zur Energieeinsparung und Komfortgewinn. Wird für die Einzelraumreglung ein neuer Heizkreisverteiler benötigt, ist der Weg zum hydraulischen Abgleich auch nicht mehr weit. Zur Not versuchsweise mit try and error.

M. Erlenbeck
Datum: 20.11.2016 19:55:56

Re: Wie sinnvoll ist der hydraulische Abgleich bei bestehenden Fußbodenheizungen?

Hallo,
am Märchen von den erheblichen Einsparungen durch den HA profitieren Viele, der Anlagenbetreiber jedoch nicht bzw kaum.

Der überwiegende Teil der Anlagen ist mehr oder weniger zusammengebastelt bzw. zusammengewürfelt.
Die Energieeffizienz der Anlagentechnik ist eine Katastrophe. Nicht selten wird das Doppelte verbraucht, als eigentlich erforderlich wäre.
Welchen wesentlichen Effekt der HA da bringen sollte, ist mir rätselhaft. Da gibt es sicherlich wichtigere "Baustellen".
Zumal, wenn Nutzer ad libitum Heizen und ständig wie wild an den ThV herumdrehen, um "Energie zu sparen". Dass damit der HA ausgehebelt wird, scheint vollkommen unbekannt.
Dann wird das Ganze auch noch mit Steuergeldern gefördert. Ein Witz!
Eine Fa. Controme wirbt mit Bafa gefördertem "automatischen" HA, obwohl dort ein systematischer Fehler vorliegt.
Es gibt ein einfaches, simples Messverfahren für den HA, wo selbst unzureichend bzw. falsch dimensionierte Heizflächen berücksichtigt werden können, nur kein Hersteller hierfür.

 

 

 

Datum: 29.11.2016 11:33:41

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