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Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Im Artikel "Konfusion statt Optimierung" in GEB 10/2016 ist in der Grafik sehr schön dargestellt, wann ein hydraulischer Abgleich erforderlich ist und wann Verfahren A oder B. Dabei bin ich darüber gestolpert, dass bei Sanierung von über 50%  der Gebäudehülle Verfahren B angewendet werden muss. In den technischen Mindestanforderungen steht dies nicht. Beim genaueren Suchen habe ich dies im VdZ-Forumular gefunden auf Seite 2 Punkt 1. Aber jetzt wird es noch interessanter: Demnach ist das Verfahren A nur beim Austausch des Wärmeerzeugers und der Heizungsoptimierung zulässig und das Verfahren B ist bei nachträglichen Maßnahmen zur Wärmedämmung und beim Heizungspaket erforderlich!!!

Jetzt meine beiden Fragen:

  1. Muss, wenn tatsächlich über 50% der Gebäudehülle verbessert werden, tatsächlich Verfahren B angewendet werden?
  2. Eine neue Heizung wird eingebaut und z.B. die Fenster ausgetauscht (also keine 50% der Gebäudehülle). Muss nun auch Verfahren B gemacht werden, da ja nun auch Maßnahmen an der Gebäudehülle ausgeführt werden?
Datum: 11.10.2016 12:59:49

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Hallo Herr Landgraf,

zu Ihren Fragen:
1.Muss, wenn tatsächlich über 50% der Gebäudehülle verbessert werden, tatsächlich Verfahren B angewendet werden?
Ja!

2.Eine neue Heizung wird eingebaut und z.B. die Fenster ausgetauscht (also keine 50% der Gebäudehülle). Muss nun auch Verfahren B gemacht werden, da ja nun auch Maßnahmen an der Gebäudehülle ausgeführt werden?
Nein, hier muss nur wegen dem Kesseltausch ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren A gemacht werden. Wenn der Kesseltausch im Heizungspaket erfolgen würde, dann muss nach Verfahren B der hydraulische Abgleich durch geführt werden.

Datum: 12.10.2016 20:58:17

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Welche Zielstellung verfolgen Sie eigentlich?

Einen papiermäßigen Nachweis zu erstellen, unabhängig der tatsächlichen Notwendigkeiten und Randbedingungen?

Damit ordnen Sie sich in die Masse der "Energieberater = Formularausfüller" ein, denen Papier wesentlich wichtiger ist, als tatsächliche Randbedingungen und Verantwortung für das individuelle BV.
Auf derartige, fachlich inkompetente  "Energieberater" sollte man m.E. verzichten!
Verfahren A ist völlig indiskutabel und sollte daher verboten werden.

v.G.

Datum: 18.10.2016 12:12:46

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Sehr geehrte Vorrednerin,
sehr geehrter Vorredner,

wen sprechen Sie hier an?

MFG Monika Dörnbach
Datum: 23.10.2016 20:00:10

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Hallo,

Primärer Ansprechpartner ist stets der Bauherr, denn schließlich ist er im Besitz der Dimensionierungsunterlagen zu seiner Anlage.
Da steht zu jeder Heizfläche bzw. Teilheizkreis, welcher Volumenstrom von der jeweiligen Heizfläche benötigt und demnach einzustellen ist.
Wird z.B. die thermische Hülle verbessert, reduzieren sich gewünscht die Normheizlast und auch die Raumheizlasten.
Bei Beibehaltung der Heizflächengröße, ergeben sich Veränderungen bei VLT u. Volumenstrom, was der jeweilige TGA Planer leicht und schnell korrigieren kann.
Der Anlagenbauer oder Betreiber muß diese veränderten Randbedingungen nur noch einstellen.

v.G.

Datum: 24.10.2016 10:03:18

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Wie der Name schon sagt ist der Energieberter ein Berater und kein Entscheider. Wenn sich nach einer Beratung der Kunde für Verfahren A entscheidt muss ich das akzeptieren, auch wenn ich von Verfahren B überzeugt bin. Außerdem bin ich sogar dazu verpflichtet darauf hinzuweisen, dass Verfahren A kostengünstiger ist. Wenn nicht könnte ich sogar ein Problem wegen mangelhafter Beratung bekommen und für die angefallenen Mehrkosten in Regress genommen werden.

Datum: 24.10.2016 09:00:13

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Hallo,

als Berater hätten Sie aber auch die Pflicht auf die erheblichen Unterschiede (Vor- / Nachteile) hinzuweisen.

Frage:
Welchen Sinn macht ein HA, wenn Anlagenbetreiber ständig wie wild an den ThV herumdrehen oder gar programmierbare ThV verwenden, was Beides den HA völlig auseinander bringt bzw. vollständig aushebelt?

Wenn Sie ein verantwortungsvoller Energieberater sind, würden Sie den Kunden darauf hinweisen, dass energieeffiziente und Verbrauchskosten sparende Anlagen nur mit hinreichender Anlagendimensionierung entsprechend der tatsächlichen Notwendigkeiten möglich sind.
Ihr persönlicher Aufwand hierfür ist doch minimal, denn Sie müssten die Dimensionierungsunterlagen doch nur lediglich auf Vollständigkeit überprüfen!
Auch würden Sie den Kunden dahin gehend aufklären, dass Ergebnisse aus EnEV, KfW Nachweisen, absolut Nichts mit tatsächlichen Bedarfen und Verbräuchen zu tun haben.
Sich die tatsächliche Energieeffizienz der Anlagentechnik insgesamt nur nachweisen lässt, wenn WMZ für Hzg u. WW verbaut wurden.
Durch Letztere lässt sich die gegenwärtige Bauernfängerei der Anlagenbauer ausmerzen.
Leisten Sie das?
Wenn ja, haben Sie gewiß ein Bsp für ein jung geplantes EFH/ZFH Ihrer Begleitung.

v.G.

Datum: 24.10.2016 10:46:20

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Anmerkung zum Verfahren A:
Die Bedingungen für die Förderung sind fachlich nicht zu begründen sondern führen zu unbefriedigenden Ergebnissen. Das Ziel, jeden Heizkörper mit dem erforderlichen Volumenstrom zu versorgen, kann nicht erreicht werden.

Raumheizlast:

Da die Geometrie und Lage eines jeden Raumes unterschiedlich ist, führt die Berechnung mit spezifischen Werten zu keinem befriedigenden Ergebnis. So ist beispielsweise der spez. Wärmeverlust von Räumen mit großen Außen- und Fensterflächen (z.B. Eckräume unterm Dach) erheblich höher als von Räumen mit geringen Außenflächen und kleinen Fenstern.
Nach einer Gebäudesanierung ändern sich die Verhältnisse der Raumwärmeverluste untereinander. Deutliches Beispiel: Die Dämmung der Gebäudehülle hat keinen Einfluss auf die Wärmeverluste innenliegender Räume.

Heizflächen:

Ohne die Durchführung einer Heizlastberechnung kann nicht festgestellt werden, ob die installierten Heizkörper richtig ausgelegt sind. Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist das Gros der Heizkörper falsch bzw. nicht ausgelegt.

Heizflächendurchfluss:

Der Heizflächendurchfluss bemisst sich aus der berechneten Raumheizlast in Verbindung mit der Heizmitteltemperatur, die sich aus der Heizkörpergröße ergibt. Nur so kann die passende Systemtemperatur ermittelt werden.

Einregulierung:

Erst über die berechneten Daten lassen sich die Voreinstellwerte der Thermostatventile, eventuell der Strangregulierventile und die Pumpenleistungen ermitteln. Meistens ist auch die Erneuerung der Regelventile erforderlich.
Hinweis: Auch die Berechnung mit diversen Softwarepaketen führen oft zu falschen Ergebnissen. So beziehen einige Programme die Wärmeverluste zu Nachbarräumen im „eingeschränktem Betrieb“ (mit reduzierter Raumtemperatur) ein. Diese Wärmeverluste werden in die Rohrnetzberechnung einbezogen, so dass es falsch (viel zu groß) ausgelegten Auslegungsdaten kommt.

Meines Erachtens kommt nur das Verfahren B für den hydraulischen Abgleich in Frage. Ich halte es für unsere Pflicht, den Auftraggeber darauf hinzuweisen, dass die Förderbedingungen zwar erfüllt, aber größtenteils nutzlos sind. Aus den vorgenannten fachlichen Gründen erkennen wir den hydraulischen Abgleich auf Basis des Verfahrens A nicht an. Wir informieren unsere potenziellen Auftraggeber hierüber bereits im Vorwege, auch wenn wir dann keinen Auftrag erhalten.

Datum: 24.10.2016 12:47:04

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Hallo,

Sie sprechen mir geradezu aus der Seele!
Endlich mal ein Energieberater, der seine Aufgabe und Verantwortung ernst nimmt und nicht vordergründig zum "Formularausfüller" degeneriert ist!

HA bedeutet doch, dass jede Heizfläche den Volumenstrom erhält, der notwendig ist.
Bei Neubauplanungen überhaupt kein Problem, da die Heizflächen entsprechend der Raumheizlasten definiert sind.

Im Bestand deutlich schwieriger, da i.d.R. unbekannt ist, ob die Größe der Heizflächen zu den tatsächlichen Raumheizlasten passen (interne Wärmeübertragungen).
Also absolutes Rätselraten, was zwar zu Lasten der Steuerzahler gefördert wird, aber weitestgehend unwirksam ist.

Allerdings gibt es für den Bestand ein eigentlich simples Messverfahren, was diese Unzulänglichkeiten ausgleichen kann.

@ IB Hofmann:
Gern würde ich mich mit Ihnen mal fachlich austauschen (gesbb (et) gmx.eu).

v.G.

Datum: 25.10.2016 11:03:10

Re: Hydraulischer Abgleich - Verfahren B - grundsätzlich bei Dämmmaßnahmen?

Bei aller guter und vergleichender Beratung sind doch beratungsresistente Endkunden (Typ: Hauptsache Honorare und Investkosten gespart, nach mir die Sintflut, Probleme hat ja der Nutzer, nicht der Eigentümer...)nicht auszuschließen. Diese werden noch das letzte Hintertürchen für "einfache" Lösungen suchen und nutzen. Der Berater hat dann zwei Möglichkeiten:
- aussteigen und damit wahrscheinlich Vorarbeiten als Verlust abschreiben
- Die bessere Variante auf eigene Rechnung durchführen.
Und der Gesetzgeber führt lobbygestützt immer wieder solche Hintertürchen ein - ob aus Ignoranz oder aus Opportunismus mag jeder für sich entscheiden
Datum: 24.10.2016 13:01:44

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