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Elektrische Badheizkörper Bilanzierung

Guten Tag zusammen,

weiß jemand evtl., wie man einen zusätzlichen elektischen Badheizkörper DIN konform bilanziert?

Letztendlich muss man ja den Deckungsanteil an Heizarbeit bei der Bilanzierung mit einberechnen. Nur: Wie bekommt an den heraus. Klar, über die Fläche zum Einen. Aber wie oft dieser elek. Heizkörper zugeschaltet wird, das weiß man doch gar nicht. Gibt es hierzu eine Angabe in der DIN?

 

Grüße,Sony

 

Datum: 31.08.2018 15:34:52

Re: Elektrische Badheizkörper Bilanzierung

Mein System ist da relativ einfach:
Fall 1:
Bei einem Neubau darf ich voraussetzen, dass eine richtige Heizungsplanung gemacht wurde, sonst wäre ja auch ein hydraulischer Abgleich nicht möglich und damit das Nachweisverfahren nichtig.
Dann sind zu jedem Raum Heizlast und auch die installierte Heizleistung bekannt. Gerade bei Fußbodenheizung (FBH) im wärmeren Bad reicht die Heizleistung der installierten FBH Heizflächen meist nicht aus, es ergibt sich also ein Fehlbedarf. Dieser wird gedeckt durch einen zusätzlichen notwendigen(!!) Radiator, meist ein "Handtuchwärmer". Dessen Leistung muß dann genau der Fehlleistung der FBH entsprechen. Wird der Radiator in das hydraulische Netz eingekoppelt ist alles in Ordnung. Wird der notwenige (!) Radiator aber elektrisch mit Heizpatrone betrieben habe ich nun 2 Systeme installiert: Eine FBH mit z.B. Gasbrennwert und eine elektrische Direktheizung. Diese kann ich als zwei Anlagensysteme bilanzieren. Der Anteil der jeweiligen Systeme ergibt sich 1. aus dem Verhältnis der installierten Heizleistung des elektrisch betriebenen Radiators zur Summe der Heizleistung aus FBH und el. Radiator und 2.aus dem Verhältnis der installierten Heizleistung der Gas Brennwert FBH zur Summe der Heizleistung aus FBH und el. Radiator.
Diese beiden Systeme sind mit dem entsprechenden Primärenergiefaktor in der Bilanzierung zu berücksichtigen.

Im Ergebnis kann es zu unliebsamen Überraschungen kommen, vor allem wenn dies bei der ursprünglichen Bilanzierung nicht berücksichtigt wurde. Der el. Radiator ist dabei weitverbreitet. Deswegen muß der auchsichtführende Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz (hier in NRW) auch die Ergebnisse der Flächenheizungsberechnung prüfen, was er aber i.d.R. nicht macht und scheinbar auch nicht kann.

Es spielt dabei keine Rolle, wie oft der el. Radiator in der Realität benutzt wird, es handelt sich ja um ein Nachweisverfahren.

Fall 2:
Es ist ausreichend Leistung der FBH installiert. Der elektrische Radiator ist in diesem Fall also eine "Zusatzheizung".
Genauso wie ich el. Heizlüfter nicht verbieten kann ist es auch nicht möglich, den Betrieb eines solchen Radiators zu untersagen. Er ist in diesem Falle ein Komfortgerät, und damit keine notwendige Heizeinrichtung, also in der Bilanzierung nicht anzusetzen.
Datum: 04.09.2018 10:07:11

Re: Elektrische Badheizkörper Bilanzierung

Sehe ich etwas anders (beim Fall erforderlicher el.Badhk.)
Das Bilanzierung geht ja davon aus, dass ich heize, wenn Wärme gebraucht wird.
Der Fall Heizung im Haus ist bis in den Herbst aus und es wird im Bad nur elektrisch geheizt, ist kein Problem der Bilanz, auch nicht, dass ich die FBH auf 15° einstelle und dann elektrisch nachheize.

Wenn aber geheizt wird, ist die Fussbodenheizung doch an, liefert z.B. 60W/m2 recht unabhängig von der Außentemperatur und reicht, bis es richtig kalt wird. Dann wird er erst rechnerisch erforderlich.

Man müsste die erforderliche Energie dann betrachten wie die Betriebsweise des el. Heizstabs bei der Wärmepumpe, ergibt sich aus den Betriebsstunden ab Bivalenzpunkt und nicht aus dem Verhältnis der Leistungen.


Und Basis ist natürlich nicht die Leistung des Badheizkörpers sondern die fehlende Heizleistung der Fussbodenheizung.
Datum: 04.09.2018 10:40:11

Re: Elektrische Badheizkörper Bilanzierung

Zitat:"Wenn aber geheizt wird, ist die Fussbodenheizung doch an, liefert z.B. 60W/m2 recht unabhängig von der Außentemperatur und reicht, bis es richtig kalt wird. Dann wird er erst rechnerisch erforderlich"
Was Sie beschreiben ist ein heute nicht mehr zulässiges Heizungssystem. Sie gehen offenbar davon aus, dass Ihre FBH konstant 60W/m2 liefert / liefern soll. Dies setzt eine quasi konstante Vorlauftemperatur voraus. Heizkreise müssen aber anhand der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße geregelt werden (EnEV). Dies ist ja auch sinnvoll, ansonsten könnten wir uns den hydraulischen Abgleich und alle anderen Überlegungen zu einer sinnvollen Raumtemperaturregulierung gleich sparen. Insofern sind auch Ihre darauf aufbauenden Überlegungen so nicht richtig. Da die Heizlast sich proportional zur Außentemperatur ändert bleibt auch der prozentuale Fehlanteil, der durch den Radiator gedeckt werden muß, bei witterungsgeführter Vorlauftemperaturregelung der FBH immer gleich! Würde man die FBH in der von Ihnen beschriebenen Weise auslegen, wäre der hydraulische Abgleich derselben im gesamten Teillastbereich nutzlos und die Räume entsprechend schwierig zu regeln.

Zitat:"Und Basis ist natürlich nicht die Leistung des Badheizkörpers sondern die fehlende Heizleistung der Fussbodenheizung."
Ich hatte bereits geschrieben, dass die Leistung des notwendigen Radiators der Fehlleistung der FBH entspricht. Bitte bedenken Sie, dass die Leistung eines Radiators neben der Geometrie auch von seiner mittleren Übertemperatur zum Raum abhängt. Ist seine Leistung aufgrund der Geometrie zu hoch, wird er hydraulisch eingedrosselt, oder bei el. Betrieb durch seine Regelung mit einer entsprechenden Übertemperatur betrieben. Die dafür erforderlich elektrische Arbeit ist allerdings gleich.

Datum: 04.09.2018 13:05:52

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