GEB Newsletter: 25-2008 | 02.12.2008

ENERGIE

Energieverbrauch der Haushalte gesunken

In Deutschland ist der direkte Energieverbrauch1) der privaten Haushalte zwischen 1995 und 2006 nur leicht um 0,7% zurückgegangen. Dieses Ergebnis der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamts mag zunächst verwirren, dies liegt vor allem am Betrachtungszeitraum. In den letzten Jahren ist der Verbrauch von Raumwärme nämlich deutlich gesunken.

Seit 2000 eine Trendwende bei Wohnenergie
Seit 2000 zeichnet sich für Wohnenergie (etwa Dreiviertel davon entfallen auf Raumwärme) aber eine deutlich andere Verbrauchsentwicklung als in den Jahren zuvor ab. Während zwischen 1995 und 2000 für Raumwärme noch ein Anstieg des temperaturbereinigten Energieverbrauchs zu verzeichnen war, ist dieser im Zeitraum von 2000 bis 2006 um 11,2% gefallen. Ursachen des bemerkenswerten Rückgangs sind eine effizientere Nutzung der Energie durch Verbesserungen der Heiztechnik und Wärmedämmung, aber auch Verhaltensänderungen der privaten Haushalte.

  • 2007 gab ein durchschnittlicher Haushalt 1556 Euro/a für Wohnenergie aus.
  • 2007 hatte Wohnenergie einen Anteil von 4,7% der Konsumausgaben der Privaten Haushalte. 1995 lag dieser Wert nur bei 3,7%.
  • Insgesamt sind die Ausgaben für Wohnenergie von 1995 bis 2007 um 60,8% gestiegen (bezogen auf einen einzelnen Haushalt allerdings „nur“ um 50,7%).
  • Die größte Teuerung der Haushaltsenergieträger zwischen 1995 und 2007 trat bei Heizöl mit 160,9% auf. Im Mittel verteuerte sich Wohnenergie in diesem Zeitraum um 66,9%.
  • Die Bevölkerungszahl hat sich zwischen 1995 und 2006 nur geringfügig erhöht, die Zahl der Haushalte ist aber um 6,4% gestiegen. Die genutzte Wohnfläche erhöhte sich um 13,8%. Der Anteil der Einpersonenhaushalte ist von 34,9% auf 37,9% gestiegen. Eine Person in einem Einpersonenhaushalt verbraucht statistisch fast 60% mehr Energie für Raumwärme, als im Durchschnitt.
  • Im Zeitraum 1995 bis 2000 war der Energiebedarf je m2 Wohnfläche um 2% gestiegen, zwischen 2000 und 2006 ist er jedoch um 16% sehr stark gefallen. Ein Indiz dafür, dass die Haushalte auf die hohen Preissteigerungen bei der Heizungsenergie (von 1995 bis 2000 verteuerte sich Wohnenergie um 12,8%, von 2000 bis 2006 aber um 42,4%) unmittelbar mit Einsparungen reagiert haben.
  • Der temperaturbereinigte Energieverbrauch für Raumwärme betrug im Jahr 2000 noch 192,9 kWh/m2, bis 2006 ist er auf 161,8 kWh/m2 gesunken.

Indirekter Energieverbrauch um 6,3% gesunken
Neben dem direkten Energieverbrauch im Bereich Wohnen und Individualverkehr verursachen die privaten Haushalte durch die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen auch einen indirekten Einsatz von Energie: Zur Herstellung der von den privaten Haushalten konsumierten Waren und Dienstleistungen wurden 2006 im In- und Ausland schätzungsweise 5,8 EJ (Exajoule, Exa 1018) Energie aufgewendet. Das ist rund das 1,5-fache des direkten Energieverbrauchs von 3,9 EJ. Gegenüber dem Jahr 1995 ist der indirekte Energieverbrauch der privaten Haushalte um 6,3% zurückgegangen, während die Konsumausgaben der privaten Haushalte im gleichen Zeitraum preisbereinigt um 13% stiegen. Diese Entkopplung von Konsum und Energieeinsatz resultiert insbesondere aus einem effizienteren Einsatz von Energie bei der Herstellung von Konsumgütern. GLR

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1) Der direkte Energieverbrauch setzt sich zusammen aus dem Verbrauch von Wohnenergie (Brennstoffe, Fernwärme und Elektrizität), der nahezu unverändert blieb, und dem Verbrauch von Kraftstoffen (-3,7%). Der Rückgang des Kraftstoffverbrauchs ist hauptsächlich auf die Senkung des Durchschnittsverbrauchs der Fahrzeuge zurückzuführen. Gegenläufige Effekte, die einen weiteren Rückgang des Kraftstoffverbrauchs verhindert haben, waren die insgesamt noch gestiegenen Fahrleistungen sowie eine Tendenz zu größeren Hubraumklassen.

 
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