GEB Newsletter: 10-2008 | 28.05.2008

ERNEUERBARE

Marktanreizprogramm: Licht und Schatten

Die ersten statistischen Auswertungen des neuen Marktanreizprogramms zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP) verdeutlichen, dass der Markt das Förderprogramm für Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen und Wärmepumpen annimmt. Auch die komplizierten Bonusregelungen werden verstärkt nachgefragt.

Wärmepumpen überholen Biomasseheizungen
Besonders stark gestartet sind die Antragszahlen zur Förderung effizienter Wärmepumpen. In den ersten drei Monaten wurden dazu 5883 Anträge an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gerichtet. Die Antragszahlen für Biomasseheizungen (5163) wurden damit aus dem Stand überholt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Überholvorgang mit kontinuierlicher Steigerung insbesondere im März stattgefunden hat. Bei Biomasseheizungen ist noch keine eindeutige Tendenz festzustellen. Im Januar wurden 1778 Antrage gestellt, im Februar 1587 und im März 1798. Bleiben die Antragszahlen für Wärmepumpen das gesamte Jahr auf dem März-Niveau (2597), summieren sich bis zum Jahresende knapp 30.000 Anträge. Mit derselben Fortschreibung im Bereich Biomasseheizungen käme man bis zum Jahresende auf knapp 21.000 Anlagen. Im ersten Quartal entfielen rund 51% (2636) der Anträge auf automatisch beschickte Holzpellet-Heizkessel. 1087 davon waren Pelletöfen.



Solaranlagen: schwacher Start
Eine deutliche Zurückhaltung ist noch bei den Antragszahlen für Solaranlagen zu spüren. In der ersten drei Monaten 2008 gingen beim BAFA 15.931 Förderanträge ein (Januar: 4560; Februar: 4945; März: 6426). 2007 wurden bereits in den ersten beiden Monaten 18.429 Anträge gestellt. Allerdings sind die Zahlen durch besondere Effekte und eine Umstellung des Antragssystems auch nicht direkt miteinander zu vergleichen. Mit einer linearen Fortschreibung ab März würde man bis zum Jahresende lediglich auf insgesamt knapp 74.000 Förderanträge kommen. Der tiefere Blick zeigt, dass der aktuell noch bis zum 30. Juni befristete Programmpunkt „Solar plus Brennwertkessel“ erst langsam in Gang kommt. In den ersten drei Monaten wurden 3843 entsprechende Anträge gestellt. 76% der Förderanträge für Solaranlagen wurden ohne Kesselaustausch beantragt. 86% aller Solaranlagenanträge entfielen auf Flachkollektoren, 14% auf Röhrenkollektoren. Die Heizungsunterstützung ist trotz deutlich höherer Förderung nur bei 45% der Anträge vorgesehen, 55% sollen nur der Erwärmung von Trinkwasser dienen.

28% beantragen zusätzlich einen Bonus
Allen Unkenrufen wegen der unübersichtlichen Formulierung im Marktanreizprogramm zum Trotz: Das Bonussystem wird mit einer Quote von 28% im ersten Quartal bereits gut angenommen. Von insgesamt 26.977 Anträgen auf einen Investitionszuschuss enthielten 7521 auch einen Antrag auf einen Bonus bzw. Boni. Mit 36% bzw. 3843 Anträgen wurde der Kesselaustauschbonus (siehe oben) am häufigsten beantragt. 2527 Anträge (24%) wurden für den Umwälzpumpenbonus gestellt, 1331 Anträge (13%) für den Solarpumpenbonus. Der regenerative Kombinationsbonus wurde in 2110 Fällen (20%) und der Effizienzbonus in 787 Fällen (7%) beantragt (Übersicht der Förderbausteine). GLR

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MAP: Fördertätigkeit auf erwartetem Niveau
neue wärme-Interview mit Gerhard Schallenberg

 
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