GEB Newsletter: 05-2008 | 26.03.2008

ENERGIEBERATUNG

Fachverband warnt vor DBU-Energie-Check

Der Fachverband Sanitär Heizung Klima NRW (FVSHK-NRW) hat sich gegen den Energie-Check der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgesprochen. Dazu hat der FVSHK-NRW erklärt: „Nach den Vorstellungen der DBU sollen annähernd sämtliche Anbieter handwerklicher Leistungen mit einem 4-Stunden-Seminar in die Lage versetzt werden, ihre Kunden zu einer energetischen Haussanierung zu motivieren. Für den Handwerker zwar die Chance auf neue Aufträge, für die Umwelt scheinbar ein Gewinn, denn moderne Häuser können Energie sparen. Den guten Absichten der Kampagne steht der Fachverband aber kritisch gegenüber.“ Hans-Peter Sproten, Hauptgeschäftsführer des FVSHK-NRW: „So wird die qualifizierte Energieberatung verwässert. Der von der DBU propagierte Energie-Check ist nicht gleichzusetzen mit der Beratungsleistung eines zertifizierten Energieberaters. Die Begrifflichkeiten verschwimmen und verunsichern die Verbraucher. Die tatsächlichen Einsparpotenziale werden vermutlich nicht genutzt. Bereits die geplante 15-minütige Anstoßberatung erfordert Fachkenntnisse, die in einer vierstündigen Schulung vor allem von Fachfremden keinesfalls erbracht werden können. Wir empfehlen unseren Betrieben die Fortbildung zum Energieberater, wenn sie ernsthaft in das Beratungsgeschäft der energetischen Gebäudesanierung einsteigen wollen. Ich bin davon überzeugt, dass nur der intensiv geschulte Handwerker seinen Kunden zu helfen vermag.“

DBU: Unverständnis für Kritik
Die DBU hat unmittelbar nach der Erklärung des FVSHK-NRW ihr Unverständnis für Kritik geäußert. Die Kampagne „Haus sanieren - profitieren“ habe überhaupt nichts mit einem Angriff auf die qualifizierte Energieberatung zu tun. Im Gegenteil werde sie gerade den Energieberatern neue Aufträge bringen, weil mit ihr eine Beratungslücke geschlossen werde. Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der DBU: „Bisher Hausbesitzer mussten immer selbst aktiv werden, wenn sie ihre Immobilien energetisch sanieren wollten. Durch uns werden sie von Handwerkern bei Routinebesuchen erst motiviert zu handeln.“ Die DBU-Kampagne geht nach einer Pilotphase in zwei Regionen ab April in den bundesweiten Start (siehe auch: Bundesweit kostenlose Energie-Checks. Unterstützt wird „Haus sanieren - profitieren“ vom Bundesverband Heizung Klima Sanitär (BHKS), dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und dem Deutschen Energieberater-Netzwerk (DEN). Elpers: „Der DBU geht es nicht darum, durch den Energie-Check ausführlich zu beraten und damit qualifizierten Energieberatern Konkurrenz zu machen. Es geht darum, über die Erstansprache die so wichtige erste Hürde auf dem Weg zu einer energetischen Immobiliensanierung zu überspringen helfen. Im weiteren Verlauf ist selbstverständlich ein Einschalten qualifizierter Energieberater unerlässlich.“ GLR

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