GEB Newsletter: 08-2007 | 03.04.2007

FÖRDERUNG

Marktanreizprogramm: Im Grünen Bereich?

Im letzten Jahr hatten frühzeitig geleerte Fördertöpfe beim Marktanreizprogramm (MAP) für Solaranlagen und Biomasseheizungen für lange Gesicherter gesorgt. Jetzt hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Förderampel zum Mittelabfluss installiert. Anfang April ist sie noch voll im „Grünen Bereich“: 175 Mio. Euro stehen insgesamt beim BAFA im Haushaltsjahr 2007 für das MAP zur Verfügung, davon wurden bisher 32,5 Mio. Euro ausgezahlt bzw. bewilligt, 142,5 Mio. Euro sind also noch im Topf (Stand: 31. März 2007).

Neuerungen erschweren Einschätzung
Momentan fällt eine Bewertung, ob der Fördertopf bis Ende 2007 ausreicht, aus mehreren Gründen schwer:

  • Zunächst einmal wurde die neue Förderrichtlinie zwar schon Mitte Januar bekannt, das neue Antragsverfahren läuft aber erst seit dem 15. März 2007. Begannen bisher die antragsstarken Monate im April, dürfte sich das nun verlagern, weil in der neuen Basisförderung der Antrag erst nach der Fertigstellung der Anlage (innerhalb von sechs Monaten nach Herstellung der Betriebsbereitschaft) gestellt wird.
  • Zudem können Antragsteller mit in 2006 wegen erschöpfter Haushaltsmittel abgelehnten Anträgen einen erneuten Antrag (bis zum 31. Juli 2007) stellen, wenn sie ohne den Ablehnungsbescheid des BAFA abzuwarten, bereits mit der Investition begonnen hatten. Grundlage ist dann die „alte“ Förderrichtlinie vom 12. Juni 2006.
  • Anlagen mit Kollektorflächen über 40 m² werden mit der neuen Förderrichtlinie von der KfW gefördert.
  • Seit dem 2. April 2007 ist nach einem positiven Bescheid der EU-Kommission auch wieder die Antragstellung durch Freiberufler und gewerbliche Unternehmen möglich.

Bekannte Daten
Letztes Jahr wurden etwa 68.000 Anträge mit Verweis auf erschöpfte Haushaltsmittel abgelehnt. Bei üblichen Quoten ist etwa davon auszugehen, dass daraus rund 50.000 neue Anträge entstehen. In den ersten drei Monaten diesen Jahres wurden ungefähr 65.000 Anträge aus den unterschiedlichen Gültigkeitszeiträumen der MAP-Richtlinien gestellt, wovon etwa 35.000 Anträge schon bearbeitet sind. Im Wesentlichen entfallen die genannten 32,5 Mio. Euro auf diese Anträge. Im Jahresverlauf dürfte der spezifische Wert pro Förderantrage durch die neue Richtlinie noch leicht sinken.

„GEB-Szenario“
Verwendet man die bekannten Zahlen und stark vereinfachte Zusammenhänge, ergibt sich folgende Grobabschätzung: Von den zur Verfügung stehenden 175 Mio. Euro sind 46,5 Mio. abzuziehen, wenn man die 35.000 Anträge der ersten drei Monate auf 50.000 (Neu-)Anträge projiziert. Dann verbleiben 128,5 Mio. Euro. 2006 wurden in Deutschland rund 1,5 Mio. m² Kollektorfläche installiert. Würde die gleiche Fläche in 2007 in kleinen Anlagen mit Heizungsunterstützung installiert und zudem der Antrag so gestellt, dass die Bearbeitung ebenfalls noch in 2007 erfolgt, würde sich dafür die Förderung auf 105 Mio. Euro summieren. Für Biomasseheizkessel blieben dann 23,5 Mio. Euro. Bei der Mindestförderung von Pellet-Heizkesseln mit 1000 Euro/Anlage ließen sich damit 23.500 Anlagen unterstützen. Unser „GEB-Szenario“ zeigt, dass die Förderampel noch mehrere Monate auf Grün stehen dürfte. Warten verringert allerdings die Solarerträge… GLR

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