GEB Newsletter: 03-2007 | 18.01.2007

ENERGIE

Unterstützung für Öl-Brennwerttechnik

Heizöl EL schwefelarm im Langzeittest: Die Brennkammer eines neuen Ölheizkessels (links vor Beginn der Versuchsreihe) weist auch nach 1800 Betriebsstunden mit schwefelarmem Heizöl kaum Ablagerungen auf.
Die stärkere Marktdurchdringung von schwefelarmem Heizöl soll den Umweltschutz und die Verbreitung der Öl-Brennwerttechnik fördern. Das sieht eine am 15. Januar 2007 unterzeichnete Erklärung der Bundesregierung und der Mineralölwirtschaft vor. Ab 1. Januar 2009 soll eine höhere Besteuerung des Standard-Heizöls dem schwefelarmen Heizöl den Markt bereiten. Trotzdem wird es für den Verbraucher nicht teurer, versichert die Mineralölwirtschaft: Selbst wer noch nicht auf Öl-Brennwerttechnik umsteigt, betreibe seine Heizungsanlage schon heute mit schwefelarmen Heizöl günstiger.

Ölbrennwerttechnik ist ausgereift…
Deutschland gehört zu den weltweit größten Heizölmärkten. Gut 6,4 Mio. Ölheizungen versorgen hierzulande mehr als 11 Mio. Wohnungen mit Wärme. Doch die schon seit einigen Jahren ausgereift verfügbare Öl-Brennwerttechnik, die Heizöl mit geringem Schwefelanteil benötigt, setzt sich nur langsam durch. Ein Grund: Die Entschwefelung als zusätzlicher Verfahrensschritt macht die Sorte etwas teurer. Das erschwert Fachleuten die Überzeugungsarbeit beim Kunden, obwohl der Effizienzgewinn wesentlich höher als der Mehrpreis ausfällt.

…der Markt entwickelt sich aber nur langsam
Wegen der bisher in Relation zum Standard-Heizöl geringen Absatzmengen, haben außerdem längst nicht alle Brennstoffhändler die zusätzlichen Investitionen in Lagerung und Logistik getätigt (bisher etwa 600 von 4000). Zwar lag 2006 der Absatz mit über 35.000 Öl-Brennwert-Heizkesseln signifikant über dem Vorjahreswert (ca. 65 %), der Anteil bezogen auf alle neu installierten Öl-Heizkessel betrug aber nur etwa ein Viertel (2005: 11%). Die bisherige Zurückhaltung bei den Brennstoffhändlern ist auf dieser Zahlenbasis verständlich.

Vorteile von Heizöl EL schwefelarm
Dabei profitieren auch Öl-Niedertemperatur-Heizkessel vom Betrieb mit Heizöl EL schwefelarm, das mit einem maximalen Schwefelgehalt von 50 mg/kg – Standard-Heizöl darf bis zu 2000 mg/kg Schwefel (ab 2008: 1000 mg/kg) enthalten – nahezu rückstandsfrei verbrennt. Das bewirkt eine gleichbleibend hohe Energieausnutzung und reduziert den Wartungsaufwand. Nach umfangreichen Labor- und Feldtests empfiehlt die Heizgeräteindustrie das schwefelarme Heizöl ausdrücklich für alle Öl-Heizkessel.

Die gemeinsame Vorgehensweise
Zügig durchsetzen kann sich die den Verbrauch reduzierende Sorte aber nur, wenn der Markt entwickelt wird: Mit Aufklärungsarbeit, mit einem flächendeckenden Angebot und mit finanziellen Anreizen. Genau dies haben die Bundesregierung über das Bundesumweltministerium (BMU) und die Mineralölwirtschaft mit dem Mineralölwirtschaftsverband (MWV), dem Gesamtverband des Deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels (gdbm), der Interessengemeinschaft mittelständischer Mineralölverbände (IG) und dem Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) jetzt vereinbart:

  • Ab 1. Januar 2009 wird der Steuersatz (aktuell: 6,135 ct/l) nach dem Schwefelgehalt differenziert. Für Standard-Heizöl EL erhöht sich dann der Steuersatz laut Energiesteuergesetz um 1,5 ct/l.
  • Die Mineralölwirtschaft beabsichtigt bis zum 1. Januar 2009 den Schwefelgehalt des leichten Heizöls auf 50 mg/kg zu senken.
  • Die Mineralölwirtschaft, bzw. das IWO, wird umfassende Marketing-, Beratungs-, Werbe- und Informationskampagnen durchführen, die auf Endkunden, Händler und Gerätehersteller zielen. Händler und Gerätehersteller erhalten Unterstützung vom IWO für die Weiterbildung für Fachleute.
  • Der gdbm beabsichtigt, spätestens bis zum 1. Januar 2008 eine flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung mit schwefelarmem Heizöl (mindestens ein Händler im Umkreis von 50 km, bei hoher Kundendichte maximal 35 km) sicherzustellen.
  • Die Bundesregierung flankiert die Einführung finanziell, um den Einbau von jährlich etwa 20.000 Öl-Brennwert-Heizkesseln anzureizen: Im umgestalteten CO2-Gebäudesanierungsprogramm werden jetzt bei Maßnahmen zur Heizungserneuerung auf Basis fossiler Energieträger ausschließlich der Einbau von Brennwert-Heizkesseln im Rahmen von Maßnahmenpaketen gefördert. In den KfW-Programmen „Wohnraum Modernisieren“ und „Ökologisch Bauen“ wird auch die Installation von Brennwert-Heizkesseln als Einzelmaßnahme (Programm Wohnraum Modernisieren) bzw. in Kombination mit solarthermischen Anlagen gefördert.

Heizöl mit biogenen Komponenten
Beim Energieträger Heizöl will die Mineralölwirtschaft aber nicht nur wie jetzt beschlossen den Verbrauch reduzieren (l/m²), sondern zusätzlich die spezifischen CO2-Emissionen in g/l absenken: Derzeit wird die Option geprüft, auf Basis des schwefelarmen Heizöls ein Bioheizöl mit Komponenten aus nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln. Das Ziel: Mit minimalem Investitionsaufwand Biobrennstoffe in Heizungsanlagen einzusetzen. GLR
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