GEB Newsletter: 01-2007 | 04.01.2007

LESERBRIEFE

„Missbrauch: Energiepass als Türöffner“

Zu unserem Artikel „Missbrauch: Energiepass als Türöffner“ schrieb uns Energieberater Dr.-Ing. Michael Hesse, Dortmund:

„Ihr Artikel erinnert mich an etwas, das mich schon seit einiger Zeit bewegt und bei dem es meinen Kollegen und mir schwer fällt, Einsicht zu gewinnen:

Die Verbraucherzentrale ist in der Rolle, die sie auch in dem Artikel einnimmt, nämlich als gewichtige Mahnerin und Anprangerin von Missständen, als Beraterin in unübersichtlichen Märkten und als Helferin gegenüber zwielichtigen Geschäftemachern unverzichtbar. So verdient sie unbedingt die Unterstützung des Gemeinwesens.

Aber: Sie bietet beispielsweise unter dem Deckmäntelchen ‚Sanierungsinitiative Ruhrgebiet’ auch staatlich subventionierte Energieberatung bis hin zur Vor-Ort-Beratung und Thermografie an.
[„Energieberatung bei Ihnen zu Hause“, Angebot der Verbraucherzentrale NRW] Sie macht dadurch einem neu entstehenden Berufszweig, der sich in diesem Markt etablieren möchte, unverfroren Konkurrenz mit Dumping-Preisen, die oft bei etwa der Hälfte des Marktpreises liegen.

Dadurch verliert sie zusätzlich die Glaubwürdigkeit bei Themen, die den Schutz der Verbraucher vor zwielichtigen Gestalten auf dem Sektor Energieberatung zum Gegenstand haben – wie in diesem Fall. Aha, denke ich bei dem Artikel, Feuchtemessungen bieten die ja auch an, wollen so jetzt unliebsame Konkurrenz loswerden. Und den Energiepass demnächst also auch. Die können sicher die ‚Tiefensee-Preise’ realisieren. Das wird hier schon mal von langer Hand vorbereitet.

Wie kann es sein, dass die Verbraucherzentrale den Auftrag hat, alle möglichen Arten der Energieberatung mit öffentlichen Mitteln durchzuführen, wo letztere sonst ausschließlich der Vor-Ort-Beratung (und einigen ‚Checks’) vorbehalten sind? Warum nicht auch Steuerberatung und Rechtsberatung? Oder einen medizinischen Dienst? Unternehmensberatung fehlt noch – Unternehmer sind ja auch Verbraucher, besonders Kleinunternehmer verdienen Hilfe. Wäre doch für einen derart großen Verein ein Leichtes, entsprechend qualifiziertes Personal für sich zu gewinnen und all diese Dienstleistungen staatlich subventioniert für den halben ortsüblichen Preis anzubieten. Hat man erst einmal den Markt an sich gezogen, wird eine Firma ausgegliedert und dann Gewinn geschrieben. Dann ist alles rechtens und jede Kritik kommt zu spät.“


Dr.-Ing. Michael Hesse, Dortmund

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