Gebaeude Energie Berater Ausgabe:

KEA: 25 Jahre für den Klimaschutz

Umweltminister Franz Untersteller (re.) und Markgraf Karl Wilhelm gratulierten KEA-BW-Geschäftsführer Volker Kienzlen zum Jubiläum.
Umweltminister Franz Untersteller (re.) und Markgraf Karl Wilhelm gratulierten KEA-BW-Geschäftsführer Volker Kienzlen zum Jubiläum.
01.08.2019 - Zufall oder nicht: Am 25. Juli 2019, dem Tag des historischen Hitzerekords in Deutschland, feierte die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg ihr 25-jähriges Bestehen in der Fächerstadt Karlsruhe. Der Fächer war Programm: Die rund 140 Gäste aus Politik, Verwaltung, Energiewirtschaft, Forschung und weiteren Wirkungsbereichen der KEA-BW wedelten sich damit im Karlsruher Schloss Luft zu und verfolgten die abwechslungsreiche Veranstaltung. Neben der jungen Generation, die unter anderem wegen eines Schulwettbewerbs vertreten war, meldete sich auch der ehemalige Schlossherr Markgraf von Baden zu Wort.

Die KEA-BW sei heute wichtiger denn je, betonte einleitend Umweltminister Franz Untersteller MdL: 2018 sei das Jahr mit der höchsten jemals gemessenen Durchschnittstemperatur von 10,4 Grad Celsius gewesen. Die KEA-BW entwickle, informiere, berate, empfehle und begleite. Sie habe in der Landespolitik in 25 Jahren tiefe Spuren hinterlassen. Gestärkt habe die Landesregierung die Position der KEA-BW mit der Aufwertung in eine 100-prozentige Landestochter und der Gründung der Kompetenzzentren vor rund drei Jahren.

Geschäftsführer Dr. Volker Kienzlen begrüßte unter den Gästen auch die Umweltbürgermeisterin der Stadt Karlsruhe, Bettina Lisbach, und den ehemaligen Leiter der KEA-BW, Dr. Reinhard Jank. Kienzlen stellte einen Teil der über 1.000 Projekte vor, mit denen die KEA-BW in den vergangenen 25 Jahren den Klimaschutz in vielen Kommunen auf den Weg gebracht hat. Rechtfertigen musste er sich gegenüber dem ehemaligen Schlossherrn „Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach“, der trotz Hitze in voller historischer Montur erschienen war und sich und die Anwesenden fragte, was sie denn bloß in rund 340 Jahren aus der Stadt und der Erde gemacht hätten. Die KEA-BW sei wohl auf dem richtigen Weg, resümierte der alte Herr schließlich.

Ein Highlight bildete die Prämierung der Arbeiten aus dem Schülerwettbewerb zum Thema Klimaschutz, den die KEA-BW anlässlich des Jubiläums in Karlsruher und Stuttgarter Schulen ausgerufen hatte. Zweimal 333 Euro gingen an die eindrucksvollsten Plakate einer siebten Klasse des Fichte-Gymnasiums Karlsruhe sowie einer sechsten Klasse der Anne-Frank-Schule in Stuttgart. Dieselbe Anerkennung nahmen Vertreter der Evangelischen Jakobusschule Karlsruhe für einen Filmclip mit dem Titel „Unsere Erde“ entgegen. Über einen Sonderpreis freute sich die Klasse 9 des Max-Planck-Gymnasiums Karlsruhe, die 13 zum Teil aufrüttelnde Plakate eingereicht hatte. Eine grüne Botschaft sandten auch Patricia Mohr und Valentin Marx vom Jugendbeitrat der Nachhaltigkeitsinitiative des Landes. Während Mohr die Sichtweise der Erde auf uns Erdenbürger bildhaft in ein herzbewegendes Gedicht verpackte, fokussierte Marx sich auf Erwartungen an sich selbst und seine Generation, aber auch an die Bundes- und die Landespolitik.

Zu einer kleinen Show geriet dann die Vorstellung des KEA-BW-Teams, die im Zwei-Minuten-Takt nach Bereichen erfolgte. Ein fiktives Interview zwischen zwei Bürgermeistern, die sich in puncto Wärmenetz-Ausbau gar nicht grün waren, erhielt ebenso viel Applaus wie die plastische Erklärung, wie denn „so ein Förderprogramm“ eigentlich funktioniert. Eindeutiger Publikumsliebling war die Rap- und Tanzeinlage von Zukunft Altbau mit ihrem neuen Sanierungs-Song.

Bevor sich schließlich die Gäste und das KEA-BW-Team dem delikaten vegetarischen Büffet widmen konnten, öffnete Prof. Cordula Kropp vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart den Klima-Fachleuten noch die Augen. In ihrem kurzweiligen Vortrag warf sie einen Blick auf die Frage, warum radikale Neuerungen grundsätzlich nur langsam vonstattengehen: Sie zitierte den Ökonomen Joseph Schumpeter (1883 – 1950), der Innovation als „Prozess der schöpferischen Zerstörung“ beschrieb, unter anderem weil auch bestehende Kompetenzen und Routinen entwertet werden. Wird die KEA-BW also mit der nächsten Stellenausschreibung Fachpersonal aus der Ecke der Sozialwissenschaft suchen? Man darf gespannt sein – und beim nächsten Jubiläum die Antwort erwarten.

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