Gebaeude Energie Berater Ausgabe: 09-2019

Nur mit Bauartgenehmigung


1 Eine Flächengründung bietet den Vorteil einer durchgehenden, homogenen Dämmschicht, deren Dicke in dreilagiger Ausführung 300 mm erreichen kann.

1  Eine Flächengründung bietet den Vorteil einer durchgehenden, homogenen Dämmschicht, deren Dicke in dreilagiger Ausführung  300 mm erreichen kann.

Dämmung unter lastabtragender Gründungsplatte Für einen hohen energetischen Standard ist eine rundum und lückenlos gedämmte Gebäudehülle unerlässlich. Dies umfasst auch die Gründung des Gebäudes, die üblicherweise aus Streifenfundamenten oder einer Flächengründung besteht. Letztere hat den Vorteil, dass sie unterseitig mit einer homogenen Dämmschicht versehen werden kann. Hierzu bedarf es eigens dafür zugelassener Perimeterdämmstoffe, deren Materialeigenschaften für diesen Zweck ausgelegt sein müssen. Diese sogenannten Bauartgenehmigungen enthalten detaillierte Angaben zu Bemessungswerten, zulässigen Druckspannungen oder auch zum Einbau selbst. Evelyn Grau

Gründungen und Fundamente sind die feste Basis eines jeden Gebäudes. Sie tragen die Lasten des Bauwerks und verteilen sie auf das weichere Erdreich. Zudem muss das Haus auch bei seitlichen Schüben und Drücken, zum Beispiel durch geringe Bewegungen des Erdreichs, stets standfest sein.

Ob für die Lastabtragung ein Punkt- oder Streifenfundament infrage kommt oder eine tragende Bodenplatte ausgebildet wird, hängt von der Tragfähigkeit des Bodens ab und richtet sich nach der Statik und dem Grundriss des Hauses. Es ist auch eine Kombination möglich, wenn zum Beispiel die Lastabtragung vereinzelt über Stützen erfolgt. Zwar ist eine flächige Gründung aus tragender Bodenplatte wegen des Mehrbedarfs an Beton etwas teurer, jedoch bietet eine solche Ausführung den Vorteil eines lückenlosen Wärmeschutzes gegenüber dem Erdreich, was insbesondere bei nicht unterkellerten Gebäuden ausschlaggebend sein kann. Zudem ermöglicht diese Variante einen guten Feuchteschutz bei hohem Grundwasserstand, wenn für die Gründung wasserundurchlässiger Beton verwendet wird („Weiße Wanne“).

Hohe Anforderungen an lastabtragende Dämmungen

Die Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass Bodenplatten unterseitig gedämmt werden müssen. Für eine solche Perimeterdämmung gelten erhöhte Anforderungen, da die Dämmstoffplatten einen Teil des Gebäudegewichtes tragen müssen. Darüber hinaus müssen sie resistent gegen die Feuchtigkeit aus dem Erdreich sein sowie Veränderungen, die durch die lose liegende Bodenplatte entstehen, auffangen können – sprich: die gesamte Last ohne unzulässige Verformungen aufnehmen können.

Ausführung mit XPS-Dämmplatten

Je nach Bodenbeschaffenheit kann ein Bodengutachten ratsam sein, um die Art und Dimension der Fundamentierung zu optimieren. Ein erfahrener Statiker wird hierzu immer raten, wenn die Situation dies erfordert. Als Perimeterdämmung bieten sich extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten (XPS) an. XPS-Platten erfüllen nicht nur die Anforderungen an den Wärmeschutz, sondern halten auch Druckbelastungen stand und sind wasserunempfindlich. Seitliche Schübe können (bedingt) eingeleitet werden und eine einfache Konstruktion ohne zusätzliche Fundamente ist möglich. Zu beachten ist, ob die Platten in nicht drückendem und nicht aufstauendem Sickerwasser oder im drückenden und/oder aufstauenden Sickerwasser verwendet werden sollen.

Nicht alle Hersteller von XPS-Dämmplatten haben jedoch eine Zulassung für die Anwendung unter Gründungsplatten. Damit ist die Materialentscheidung auf jeden Fall nicht nur mit dem für das Bauprojekt zuständigen Statiker, sondern auch mit der Bauartgenehmigung des jeweiligen Produktes abzugleichen. Die Perimeterdämmplatten Austrotherm XPS TOP in den unterschiedlichen Druckfestigkeiten 30, 50 und 70 t/m2 beispielsweise wurden vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geprüft und sind zugelassen für die Anwendung unter lastabtragenden Bodenplatten.

Ganz allgemein gilt, dass bei der Bewertung der Produkte anhand der Bauartgenehmigung ein besonderes Augenmerk auf die Verwendbarkeit hinsichtlich des Einleitens seitlicher Schübe, der Bemessungswerte der Dauerdruckspannung als Designwert (fcd) sowie der Wärmeleitfähigkeit, der mehrlagigen Verlegung (zum Beispiel bei Passivhäusern) als auch der Inhaltsstoffe gelegt werden sollte. Es ist beispielsweise zu prüfen, ob die Produkte nach EN 13164 hergestellt wurden und ob sie FCKW-, HFCKW- und HBCD-frei sind.

In der Bauartgenehmigung ist ferner detailliert ausgeführt, wie der Einbau des Wärmedämmsystems zu erfolgen hat. Es finden sich unter anderem Anweisungen zur Sauberkeitsschicht, zur Wärmedämmschicht, zur einlagigen sowie zur mehrlagigen Anordnung der XPS-Dämmplatten sowie zur Bauwerksabdichtung. Zudem wird ganz explizit darauf hingewiesen, dass der Unternehmer, der das Wärmedämmsystem einbaut, für jedes Bauvorhaben eine Übereinstimmungsbestätigung mit den Bestimmungen der Bauartgenehmigung auszustellen hat.

Austrotherm

19322 Wittenberge

Tel. (03877) 5650610

info@austrotherm.de

www.austrotherm.de

  • 2  Je nach energetischem Gebäudestandard sind für erdberührte Bauteile bestimmte Dämmdicken erforderlich. Mit den XPS-Dämmplatten von Austrotherm lassen sich diese Dicken je nach Wärmeleitfähigkeitswert der Produkte variieren.

  • 3  Gebäudegründung mit Streifenfundament

     Legende:

     1 XPS-Dämmplatte (z. B. Austrotherm XPS Premium 30 SF)

     2 Feuchtigkeitsabdichtung (vertikal)

     3 Kellermauerwerk

     4 Streifenfundament

     5 Bodenplatte

     6 Feuchtigkeitsabdichtung (horizontal)

     7 Austrotherm Resolution Boden

     8 Trennschicht

     9 Estrich

    10 keramischer Belag

  • 4  Gebäudegründung mit tragender Fundamentplatte

     Legende:

     1 XPS-Dämmplatte (z. B. Austrotherm XPS Premium 30 SF)

     2 Feuchtigkeitsabdichtung (vertikal)

     3 Kellermauerwerk

     4 Fundamentplatte

     5  Feuchtigkeitsabdichtung (horizontal)

     6 Austrotherm Resolution Boden

     7 Austrotherm EPS T 650 Plus

     8 Trennschicht

     9 Estrich

    10 keramischer Belag

Austrotherm

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Literatur

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