Gebaeude Energie Berater Ausgabe: 10-2018

Die Zukunft der Energieberatung

Zuerst einmal die guten Nachrichten: Dem Großteil der Energieberater geht es gut. Sie sind dank der regen Baukonjunktur gut ausgelastet. Viele konnten ihren Umsatz steigern. Das ergab die GEB-Umfrage, die von Juni bis Ende August auf www.geb-info.de durchgeführt wurde und bei der rund 500 Teilnehmer darauf geantwortet haben, wohin sich die Energieberatung entwickelt.

Die Aktivitäten der Berater haben sich von Einstiegsberatungen weiter in den Umsetzungsprozess, vor allem zur Baubegleitung hin verlagert, was sicherlich zum einen mit dem nachlassenden Interesse an der BAFA-geförderten Vor-Ort-Beratung, zum anderen mit der guten Akzeptanz der KfW-geförderten Baubegleitung zusammenhängt. Erneut ist der Anteil an „Vollzeit-Energieberatern“ gestiegen.

Alles gut? Sicherlich nicht, vor allem wenn man in die Zukunft schaut. Denn die Befragten führten auch an, dass es zurzeit nicht nur an Handwerkern mangelt, sondern auch an Nachwuchs bei den Energieberatern. Angesichts des Durchschnittsalters der Energieberater (ermittelt wurden 55 Jahre bei der Frage des Monats im Januar 2017) muss zügig überlegt werden, was mit den Geschäftsfeldern der Energieberater geschieht, wenn diese im nicht mehr allzu fernen Rentenalter sind.

Entscheidend für die Zukunft der Energieberatung wird auch sein, ob es genügend Impulse gibt, die Gebäudeeigentümer motivieren, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Die aktuelle GEB-Umfrage zeigt, dass für die Energieberater Einstiegsberatungen weniger interessant geworden sind, die KfW-Förderprogramme aufgrund des niedrigen Zinsniveaus an Attraktivität verloren haben und zugleich die hohen Immobilienpreise so stark auf den Geldbeutel drücken, dass kaum noch etwas für energetische Maßnahmen übrig bleibt. Zugleich fehlt es der Klimapolitik – vor allem dem Gebäudebereich – an positiver Präsenz in der Öffentlichkeit.

Wer gibt also den ersten Schubs für energiesparende Maßnahmen und wird der Staffelstab von der Idee über das Konzept bis zur Umsetzung dann auch zuverlässig an die nächste Stufe weitergegeben? Diese Frage ist maßgeblich für das Gelingen der Energiewende im Gebäudebereich.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viel Freude mit dieser Ausgabe, in der Sie ab S. 8 die Auswertung der GEB-Umfrage lesen können. Wie denken Sie über die Ergebnisse? Schreiben Sie mir an grossmann@geb-info.de

Ihre

Britta Großmann

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