Gebaeude Energie Berater Ausgabe: 02-2018

Marktbearbeitung Fehlanzeige

In den mittlerweile über 12 Jahren, die es die Fachzeitschrift Gebäude-Energieberater gibt, haben wir die Energieberater-Branche oft befragt, sei es durch Umfragen oder zahlreiche Fragen des Monats. Die thematische Bandbreite war dabei groß. Dennoch haben wir eine Frage in dieser Form nun das erste Mal gestellt: „Streben Sie an, die Anzahl Ihrer Energieberatungen zu erhöhen?“

26 % der über 300 Teilnehmer haben angegeben, dass sie mit der derzeitigen Anzahl von Energieberatungen aufgrund anderer Aufträge zufrieden bzw. ausgelastet sind. Angesichts der äußerst regen Bautätigkeit ist dies schon nachvollziehbar, da Energieberater derzeit auch mit anderen Bautätigkeiten gutes Geld verdienen können. Die Auslastung könnte übrigens auch der Grund sein, falls die Öffnung der geförderten Energieberatung für das Handwerk nicht die vom BMWi erhoffte Steigerung der Antragszahlen bringt.

24 % haben allerdings geantwortet, dass ihnen der Aufwand für mehr Energieberatungen im Verhältnis zum erzielbaren Ertrag zu hoch ist. Dies ist insofern erstaunlich, weil die vorausgegangene Frage des Monats ergab, dass über 80 % ihr Honorar in den letzten fünf Jahren erhöht haben, teils sogar deutlich.

Weitere 27 % lassen es auf sich zukommen, ob sich mehr Energieberatungs-Aufträge ergeben. Zwischensumme: wir sind jetzt bei 77 % angelangt, die aus unterschiedlichen Gründen nicht anstreben, ihre Anzahl an Energieberatungen zu erhöhen.

Es bleiben noch die restlichen 23 %, die geantwortet haben: „Ja, ich arbeite aktiv daran, die Anzahl der Energieberatungen zu erhöhen.“

Sicher werden die allermeisten Energieberater zustimmen, dass Energieberatungen elementar wichtig sind, um die Anzahl und die Qualität der Sanierungen in Deutschland zu erhöhen sowie das energieeffiziente Bauen zu fördern. Selbst wenn die eh schon nicht mehr erreichbaren Klimaschutzziele für 2020 über Bord geworfen werden, wird es weiterhin Klimaschutzanstrengungen geben. Die Energieberatung ist als Instrument dafür politisch auf breiter Front gewollt.

Fragt sich nur, wer dies mit Leben füllen kann und will. Die Studie der Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) hat ergeben, dass rein rechnerisch genügend qualifizierte Energieberater bundesweit zur Verfügung stehen, sodass jeder Verbraucher eine gute Energieberatung in Anspruch nehmen kann (s. Beitrag im GEB 01-2018). Ob allerdings Energieberater und Verbraucher zueinander finden, ist angesichts des beschriebenen Ergebnisses unserer Frage des Monats zweifelhaft. Solange einer auf den anderen wartet, wird’s wohl nichts mit der Energiewende im Gebäudebereich.

Liebe Leser, wie denken Sie über dieses Ergebnis? Schreiben Sie mir an grossmann@geb-info.de

Ihre Britta Großmann

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