Gebaeude Energie Berater Ausgabe: 07-2016

Cloud & Heat: Heizen mit Serverabwärme

  1. Teil: Revitalisierte 68er-Generation
  2. Teil: Cloud & Heat: Heizen mit Serverabwärme

Der Markt für Cloud-Anwendungen wächst. Vermehrt verlagern Nutzer ihre Daten und rechenintensiven Anwendungen in eine Cloud. Die dazu erforderlichen Rechner produzieren aber nicht nur viel Wärme. Sie benötigen sichere Stellplätze und eine kostenintensive Kühlung. So entstand im Umfeld der Uni Dresden die Idee, die Abwärme von Servern zum Heizen und zur Brauchwassererwärmung zu nutzen. Die Cloud & Heat-Daten sind zurzeit auf rund 600 Servern bundesweit verteilt und unterliegen den deutschen Sicherheitsstandards als auch Datenschutzbestimmungen. Alle Rechner zusammen sind zu einem virtuellen Rechenzentrum zusammengeschaltet und werden nur mit grünem Umweltstrom betrieben (siehe: www.cloudandheat.com ).

Ein anschlussfertiger Serverschrank, wie ihn die Dresdner Firma entwickelt und patentiert hat, produziert bis zu 17 965 kWh Wärmeenergie pro Jahr mit einer maximalen Vorlauftemperatur von bis zu 55 °C (maximale Heizleistung 3 kW). Der feuerfeste Sicherheitsschrank ist mit einer Alarmanlage gegen Einbruch geschützt und kostet bei Lieferung rund 12 000 Euro. Dafür erhält der Bauherr 15 Jahre lang garantiert rund um die Uhr die zugesagte Wärmeleistung – kostenlos, denn die anfallenden Internet-, Strom-, Wartungs- und Instandhaltungskosten des Servers übernimmt die Firma. Bedingung für dieses Geschäft zum beiderseitigen Nutzen ist ein Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen zwischen 500 und 2000 Litern, eine Internetanbindung mit mindestens 50 Mbit/s (synchron), ein Drehstromanschluss 400 V und 3 × 16 A (Herdanschlussdose) sowie ein separater Zählerplatz. Eine zentrale Lüftungsanlage mit kontrollierter Be- und Entlüftung über Wärmetauscher ist für das Konzept von Vorteil, aber keine Bedingung.

Der schwarze Schrank benötigt einen mindestens 2,40 m hohen Raum, ist bis zu 230 kg schwer und 545 × 935 × 1990 mm groß (t × b × h). Grundsätzlich ist diese Technik in sämtlichen Immobilien installierbar, von einem Niedrigenergiehaus über ein klassisches Einfamilien- oder Mehrparteienhaus bis hin zu Gewerbe- oder Industrieimmobilien, wie z. B. Hotels.

Aufgrund hoher Nachfrage erhalten jedoch zurzeit vorrangig Großprojekte ab sechs Serverschränken den Vorzug. Die Technik kann auch bereits vorhandene Heizungen ergänzen: Sie wird mithilfe genormter Verschraubungen an die bestehenden Systeme angekoppelt.

Im Sommer werden die Server abhängig von der Wettersituation an den jeweiligen Standorten unterschiedlich ausgelastet, sodass in kalten Regionen mehr Rechenleistung abgerufen wird.

  • Cloud & Heat: Heizen mit Serverabwärme

alle Fotos: puren, Überlingen

Literatur

  1. Teil: Revitalisierte 68er-Generation
  2. Teil: Cloud & Heat: Heizen mit Serverabwärme
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