Gebaeude Energie Berater Ausgabe: 03-2010

Fachwissen aus dem Webinar zur KfW-Sonderförderung

KfW-Zuschüsse für die Heizungsoptimierung


Auf großes Interesse sind die beiden GEB-Webinare am 21. und 28. Januar gestoßen. Die beiden ­Referenten zeigten, was mit der KfW-Sonderförderung möglich ist und vermittelten Fachwissen rund um Hocheffizienzpumpen, Regelungen und den hydraulischen Abgleich. Mittlerweile hat die KfW Änderungen der Sonderförderung zum 1. April 2010 angekündigt. Hier lesen Sie ausgewählte Fragen und Antworten aus den Webinaren und was sich bei der Sonderförderung ändert.

  1. Teil: KfW-Zuschüsse für die Heizungsoptimierung
  2. Teil: INFO

„Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, herzlich willkommen zum Webinar zum Thema „KfW-Sonderförderung“. Mein Name ist Britta Großmann und ich möchte Sie im Namen der GEB-Redaktion und des Gentner-Verlages an dieser Stelle begrüßen.“ Diese Begrüßungsworte hörten knapp 300 Teilnehmer, die am 21. und 28. Januar an den GEB-Webinaren zur KfW-Sonderförderung Nr. 431 teilnahmen. Einen Klick auf den Link zum virtuellen Seminarraum und kurz den Benutzername und das Passwort eingegeben, mehr brauchte es nicht, um dem rund einstündigen Vortrag der Referenten Frank Räder (Fa. Grundfos) und Jürgen Lutz (Fa. Honeywell) zuzuhören und die dazugehörigen Folien anzuschauen. Nicht nur die Anmeldezahlen waren beeindruckend, auch die Beurteilung durch die Teilnehmer fiel äußerst positiv aus: Über 90 Prozent bewerteten die Webinare mit sehr gut oder gut. Der überwiegende Anteil gab an, dass die Veranstaltung den Erwartungen voll entsprochen hat und gerne an weiteren Webinaren teilnehmen möchte. Per Chat konnten Fragen während des Vortrages gestellt werden. Diese Möglichkeit wurde so reichlich genutzt, dass mehrere hundert Fragen zusammen kamen. Ein Teil konnte direkt live im Anschluss von den Referenten beantwortet werden, der Rest wurde schriftlich nachgereicht. Eine Auswahl daraus sowie die angekündigten Änderungen der KfW-Sonderförderung lesen Sie im Folgenden.

Neue Richtlinien für die Sonderförderung: hydraulischer Abgleich wird Pflicht

Die Änderungen der KfW-Sonderförderung (Nr. 431) werden zum 1. April wirksam. Neu festgelegt wurden Fristen, Zuschussbeträge, aber auch Anforderungen an den Umfang der Maßnahmen (Abb. 1). Beim Zuschuss für Baubegleitung bleiben die Förderbedingungen unverändert. Die Programmvariante zum Ersatz von Nachtstromspeicherheizungen wurde ausgewertet und mit einer wissenschaftlichen Forschung begleitet. Aus diesen Ergebnissen heraus wird der Förderbetrag für den Ausbau und die fachgerechte Entsorgung auf 150 Euro je abgebautem Gerät gesenkt.

Bei der Optimierung der Wärmeverteilung an bestehenden Heizungsanlagen bezuschusst die KfW folgende Maßnahmen:

die Analyse des Ist-Zustandes nach DIN EN 15378, die Durchführung des hydraulischen Abgleichs und die Einregulierung der Anlage­in den Soll-Zustand,

der Ersatz bestehender Pumpen durch Hoch­effizienzumwälzpumpen (Effizienzklasse A) und/oder hocheffiziente Zirkulationspumpen eines vergleichbaren Energieeffizienzstandards sowie der Einbau von Strangdifferenz­druckreglern,

der Austausch von nicht voreinstellbaren gegen voreinstellbare Ventile sowie

die Verbesserung der Regelungstechnik.

Ab April gelten dabei neue Fördervoraussetzungen:

die wesentlichen Komponenten der zu optimierenden Anlage (d. h. der Wärmeerzeuger) wurden vor dem 1. Januar 2005 installiert; Heizkessel der Bestandsanlage, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden, müssen Niedertemperatur- oder Brennwertkessel sein,

der hydraulische Abgleich wird durchgeführt und alle aufgrund einer Analyse durch einen Fachunternehmer erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz des gesamten Heizsystems werden umgesetzt.

Im Folgenden lesen Sie Fragen von Webinar-Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die von den Referenten beantwortet wurden.

KfW-Sonderförderung Nr. 431

Wenn KfW-Fördergeld innerhalb der Sonderförderung beantragt wurde, kann dann noch die sogenannte Handwerkersteuer in Anspruch genommen werden?

Eine Nutzung der KfW-Sonderförderung 431 schließt die Beantragung der Handwerkersteuer (steuerliche Förderung gemäß § 35 A Absatz 3 EStG, Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen) aus.

Zählen Planungsleistungen zu den Kosten?

Planungsleistungen (z. B. die Berechnung des hydraulischen Abgleichs) können ebenfalls in Ansatz gebracht werden. Der hydraulische Abgleich muss dazu jedoch in nachvollziehbarer, schriftlicher Form mit dem Antrag eingereicht werden.

Werden die Anträge für die KfW-Sonderförderung auch über die Hausbank gestellt?

Die Anträge werden vom Anlagenbetreiber direkt an die KfW gestellt. Dies ist eine Sonderförderung und kein Darlehen.

Kann die Sonderförderung für einen hydraulischen Abgleich und Tausch einer Effizienzpumpe bei gleichzeitiger Beantragung des Programms z. B. 151 (Kredit) beantragt werden?

Regelung der KfW bis 1. April 2010: „Eine Kombination der einzelnen Maßnahmen der Sonderförderung untereinander ist möglich. Die Kombination mit der Kredit- und Zuschussvariante im Programm „Energieeffizient Sanieren“ sowie mit Zuschüssen und Krediten aus anderen Förderprogrammen von Bund und Ländern zur ergänzenden Finanzierung ist möglich, sofern keine Doppelförderung der Maßnahmen vorliegt.“

Regelung der KfW ab 1. April 2010: „Eine Kombination der einzelnen Maßnahmen der Sonderförderung untereinander ist möglich. Die Kombination von förderfähigen Maßnahmen zur Optimierung der Wärmeverteilung mit einer Heizungserneuerung in dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ der KfW (Programmnummer 151/152/430) ist nicht möglich.“

Müssen die Maßnahmen unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden oder ist das auch von einer Privatperson möglich, wenn das durch den Sachverständigen bestätigt wird und die Materialkosten per Quittung nachgewiesen werden?

Nein, es muss die Rechnung eines eingetragenen Heizungsbaufachbetriebes mit dem Förderantrag bei der KfW eingereicht werden.

Sind auf dem KfW-Formular die Beträge inklusive oder exklusive der Mehrwertsteuer anzugeben?

Die Beträge werden inklusive der Mehrwertsteuer angegeben.

Hydraulischer Abgleich

Welche berufliche Qualifikation ist für die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs notwendig?

Im Grunde kann den hydraulische Abgleich jeder machen, der in der Lage ist, eine Bestandsanlage (näherungsweise) zu berechnen, und dann die Berechnungsergebnisse an den Thermostatventilen voreinzustellen (Berechnungsergebnisse müssen mit dem Förderantrag eingereicht werden!). Da allerdings im Rahmen der KfW-Sonderförderung 431 auch der Austausch der Ventile gegen voreinstellbare Modelle gefördert wird und dazu eine Handwerkerrechnung notwendig wird, sollte an erster Stelle der Heizungsbaufachbetrieb stehen.

Wie kann es dazu kommen, dass nach dem hydraulischen Abgleich zeitweise Strömungsgeräusche entstehen?

Vermutlich ist die Pumpenleistung nicht angepasst worden. Hier empfiehlt sich die Nutzung der im Webinar angesprochenen „Autodapt“-Funktion der Grundfos-Pumpe Alpha 2, die in der Lage ist, sich selbsttätig an die Anlagenverhältnisse anzupassen.

Wenn z. B. ein Schlafzimmerstrang abgeschaltet wird, ändern sich die Einstellwerte erheblich. Welchen Sinn macht dann noch der hydraulische Abgleich?

Die Abschaltung eines Raumes ist innerhalb eines Heizsystems ein völlig normaler Vorgang und letztlich Aufgabe des Thermostatkopfes. Zitat aus der VOB Teil C, Ausgabe 2002: „Der hydraulische Abgleich ist mit den rechnerisch ermittelten Einstellwerten so vorzunehmen, dass bei bestimmungsgemäßem Betrieb, also z. B. auch nach der Raumtemperaturabsenkung oder Betriebspausen der Heizanlage alle Wärmeverbraucher entsprechend ihrem Wärmebedarf mit Heizwasser versorgt werden.“

Wird der hydraulische Abgleich bei gemischt belegten Wohn-Geschäftshäusern gefördert?

Gefördert werden nur Wohngebäude. Bei gemischt genutzten Gebäuden werden die Kosten anteilig der Wohnfläche gefördert.

Wie sieht es mit der Förderung aus, wenn der Kessel 2009 getauscht wurde und der hydraulische Abgleich mit Austausch der Ventile in diesem Jahr erfolgen soll?

Diese Maßnahme wird gefördert. Das Einbaudatum des Heizkessels ist dafür nicht relevant.

Wie kann der hydraulische Abgleich an einer bestehenden Fußboden-Heizung durchgeführt werden, wenn keine Unterlagen vorhanden sind?

Den hundertprozentigen Abgleich kann man nur erreichen, wenn eine komplette Heizlastberechnung und Rohrnetzberechnung gemacht wird. Dies ist im Bestand mit vertretbarem Aufwand nahezu unmöglich. Deshalb wird hier mit vereinfachtem Verfahren und Näherungswerten gearbeitet.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich für ein Einfami­lienhaus etwa?

Die Kosten für einen hydraulischen Abgleich (inkl. Berechnung) liegen allgemein im Bereich von rund 2 bis 7 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Gibt es beim hydraulischen Abgleich Unterschiede zwischen Heizungen mit Radiatoren bzw. Fußbodenheizung?

Im Grunde nicht. Im Falle der Fußboden-Heizung wird die Einregulierung am Verteiler vorgenommen. Allerdings besteht hier im Bestand oft die Schwierigkeit, die tatsächlichen Kreislängen zu bekommen.

Ist das Grundfos-Programm im Downloadbereich für Webinar-Teilnehmer zum hydraulischen Abgleich von der KfW anerkannt?

Der hydraulische Abgleich muss schriftlich und verifizierbar eingereicht werden. Mit welchem Programm berechnet wurde, spielt dabei keine Rolle.

Wo kann man das Softwareprogramm für den hydraulischen Abgleich herunterladen?

Das kostenlose Programm steht hier zum Download zur Verfügung: http://www51.honeywell.com/hga/technik-sub/datensatz-download.html?c=51

Hydraulischer Abgleich bei Einrohrheizungen

Kann man bei einem Ein-Rohr-System einen hydraulischen Abgleich vornehmen?

Ja, dies ist bei Einrohrsystemen Voraussetzung für eine korrekte Funktion. Hier müssen die Strangwassermengen, Kreiswassermengen (horizontale Verlegung), sowie die Wassermengen an den Thermostatventilen und ggf. an den Strangarmaturen HV abgeglichen werden.

Was kann bei Ein-Rohr-Anlagen nach dem hydraulischen Abgleich der Stränge im Einzelraum bei falsch dimensionierten Heizkörpern an Optimierungen noch erfolgen?

Hier kann mit Optimierungsmaßnahmen nicht abgeholfen werden. Die Heizflächen müssen bezüglich ihrer Leistung angepasst werden. Einrohrheizungen haben den Nachteil, dass bei fortlaufendem Strang die Wassermenge bei gleicher Heizlast am Heizkörper immer größer wird. Ist dies nicht berücksichtigt worden, kann in der Regel nur die Anhebung der Vorlauftemperatur etwas Linderung bringen, was entgegen jeglichem Optimierungsgedanken ist. Der richtige Weg wäre der Austausch und die Anpassung der Heizfläche auf die benötigte Heizlast.

Pumpe

Gibt es Thermen, die nicht für Hocheffizienzpumpen geeignet sind? Kann man an einer Ölbrennwertheizung eine Pumpe der Effizienzklasse A einbauen?

Das Energielabel gilt nur für externe, nicht in Kesseln integrierte Pumpen! Die roten Grundfos Handelspumpen sind sogenannte „Stand Alone“-Pumpen, die extern eingebaut werden. Viele innovative Kesselhersteller bedienen sich bereits der Technik der Hocheffizienzpumpen in ihren Geräten. Sprechen Sie direkt mit dem Kesselhersteller.

Kann sich der Kesselhersteller dagegen verwehren, wenn für eine alte Pumpe ein neues Modell eingebaut wird?

Der Kesselhersteller hat eine Zulassung für das komplette Gerät. Diese kann in Frage gestellt werden, wenn Komponenten ohne Zustimmung ausgetauscht werden.

Wiederaufheizung

Wird beim Wiederaufheizen des Raumes nach der Absenkzeit die eingesparte Energiemenge nicht wieder aufgewendet, sodass die Einsparung eher gegen Null geht? Wie sieht die Wiederaufheizphase hinsichtlich des Komforts aus, wenn die Bauteile auskühlen und es somit „kalt“ von den Wänden strahlt?

In allen Gebäuden mit „mittelschwerer oder leichter Bauweise“ gilt, so lange und so tief wie möglich abzusenken bzw. sogar abzuschalten. Lediglich in Gebäuden mit „schwerer Bauweise“ (z. B. Sandsteinmauerwerk mit 50 bis 80 cm Stärke) würde die Einsparung einer Absenkung durch die anschließende Wiederaufheizung weitestgehend aufgehoben.

Regelung

Gibt es eine Möglichkeit, bei einem Heizkreisverteiler (Fußbodenheizung) ohne Durchflussmengenmesser ohne Austausch eine Voreinstellung vorzunehmen?

In aller Regel ist diese Möglichkeit an Vorlauf- oder Rücklauf-Ventil gegeben. Allerdings müssen dazu die pro Heizkreis verlegten Rohrmeter bekannt sein oder näherungsweise ermittelt werden.

Wie funktioniert die Einzelraum-Regelung, wenn mehrere Heizkörper einen größeren Raum versorgen müssen?

Es empfiehlt sich, dann ein System (z. B. evohome) zu wählen, bei dem alle Heizkörperregler nach einem zentralen, an der Wand montierten Raumfühler geregelt werden. Dies ist bei entsprechender Produktauswahl problemlos möglich.

Wie berücksichtigen Raumthermostate bei Fußbodenheizung die Trägheit der Heizfläche (Heizwärmebedarf stimmt ggf. nicht mit den Verhältnissen im Raum überein)?

Einzelraumregelsysteme von Honeywell sind lernfähig. Mittels FuzzyLogic wird das Verhalten des jeweiligen Raumes „erlernt“ und das Regelverhalten exakt darauf eingestellt.

Besteht die Pflicht, mit Thermostatventilen nachzurüsten, generell gemäß EnEV oder nur beim Heizungsaustausch?

Die Nachrüstpflicht einer Einzelraumregelung (EnEV §14, Absatz 2) besteht generell. Sie hat nichts mit einem Austausch der Heizungsanlage zu tun.

Wird die Wassermenge in dem „zu warmen“ Raum nicht automatisch durch das Thermostatventil begrenzt? Dieses muss doch schließen, wenn der Raum zu warm wird.

Natürlich wird sie das, aber genau dies darf nicht passieren. Eine Einzelraumregelung ist dazu da, um im Raum auftretende Fremdwärme („Störgrößen“ oder auch „innere Lasten“) zur Energieeinsparung zu nutzen. Deshalb gibt es die Vorschrift in der EnEV und nicht, um überhöhte Vorlauftemperaturen wegzudrosseln.

  • Die neuen Förderbedingungen gelten für Maßnahmen, die ab dem 1. April 2010 durchgeführt werden. Maßgeblich ist das Datum der Rechnungsstellung
  • Das Heizwasser im Rohrnetz einer Heizungsanlage folgt dem Gesetz des geringsten Wider­standes. Deshalb werden in Anlagen ohne hydraulischen Abgleich die Heizkörper, die am weitesten von der Heizzentrale entfernt sind, oft schlecht oder gar nicht mit Heizwasser versorgt. Wird dagegen passend zur erforderlichen Heizleistung der Volumenstrom im Rohrnetz so verändert, dass für alle Heizkörper die verhältnismäßig gleichen Widerstände gelten, wird das Heizwasser „gezwungen“, das System dem Bedarf angepasst zu durchströmen
  • Ab April gelten neue Anforderungen bei der KfW-Sonderförderung: werden Fördergelder für Maßnahmen an bestehenden Heizungen in Anspruch genommen, muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden
  • In allen Gebäuden mit „mittelschwerer oder leichter Bauweise“ gilt, so lange und so tief wie möglich abzusenken bzw. sogar abzuschalten
VdZ Information Nr. 6

Literatur

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