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Bilanzierung PV-Anlage mit Batteriespeicher

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

aktuell wünscht ein Kunde den Neubau eines Einfamilienhauses in EFH40-Standard.

Beheizung soll über die Kombination mit einem Pelletskessels eines namhaften Herstellers (Aufstellung im Wohnraum, automatisch beschickt, inkl. Hydr. Einbindung in FBH) für den Winterbetrieb und eine E-Heizpatrone mittels PV-Anlage für die Übergangszeiten und den kompletten Sommer erfolgen!

Es wird eine spezielle Steuerung eingebaut, die eigenständig entscheiden kann, ob der Strom direkt von der PV-Anlage den Kombispeicher mit Frischwasserstation aufheizt oder ob der überschüssige Ertrag erst in der Batterieanlage zwischenspeichert werden soll.

Mit dieser Kombination kann laut detaillierter Berechnung 56% des Jahresheizwärmebedarfs über die PV-Anlage gedeckt werden.

Die PV-Anlage ist bewusst überdimensioniert!

Leider funktioniert das mit der EnEV für diese Anlage nach DIN 4701-10 nicht, da nach Monatsbilanzierung überschüssiger Strom unberücksichtigt bleiben muss. Somit komme ich einfach nicht unter den geforderten qP. Logischerweise müsste ich den Stromanteil nur reduzieren und die Biomasse anheben, aber dann ist ein wirtschaftlicher Betrieb in der Praxis wieder nicht möglich. Ich kann das bei meiner Software nicht ändern.

Hat jemand eine Lösung für mich? Darf ich den errechneten Ertrag evtl. prozentual erhöhen, damit ich auf die richtigen Prozentwerte komme, obwohl ich weiß, dass die Werte später nicht erreicht werden können? Dann schaffe ich den Primärenergiefaktor locker!

Ich arbeite mit Hottgenroth!

Bitte um Mithilfe!
Datum: 22.07.2014 14:18:51

Re: Bilanzierung PV-Anlage mit Batteriespeicher

Hallo Herr Graml,

Ihr Programm rechnet richtig. Die EnEV verlangt ein emonatlich eBilanzierung der Stromerträge aus der PV. Sie dürfen also auch nicht "tricksen". Damit machen Sie sich schadensersatzpflichtig.
In meinem Beitrag im GEB 07/08-2012 "Strom-Produktion bei EnEV-Nachweis berücksichtigen" habe ich den Sachverhalt ausführlich beschrieben. Der Grund für die Vorgehensweise der EnEV liegt darin, dass Sie real nicht mit Solarstrom heizen; denn der fällt wesentlich in der Nichtheizzeit an. Im Winter heizen Sie mit konventionellem Strom aus Kondensationskraftwerken, im Wesentlichen Kohlestrom. Dieser muss natürlich mit einem hohen Primärenergiefaktor bewertet werden.
Es bleibt also bei der alten Erkenntnis: Heizen mit Strom ist ökologischer Unfug. Wenn Sie ein KfW-40-Haus bauen und dieses elektrisch direkt beheizen konterkarieren Sie die Effekte der besseren Wärmedämmung. Strom hat bei der Beheizung - außer als Wärmepumpe - nichts zu suchen.

Viele Grüße

Michael Brieden-Segler
e&u energiebüro gmbh
Datum: 02.08.2014 11:37:39

Re: Bilanzierung PV-Anlage mit Batteriespeicher

Hallo Hr. Graml,
wir berechnen immer wieder Effizienzhäuser mit IR-Unterstützung. Ein Effizienzhaus 40 ist in der Kombination nur korrekt darstellbar, mit sehr gut gedämmter Gebäudehülle, Lüftungsanlage, Beheizung mit IR/PV und/oder Holzofen, sowie einer Brauchwasserwärmepumpe zur Warmwasserbereitung. Der Strom aus dem Netz sollte - wie schon von Hr. Brieden-Segler erwähnt - möglichst nicht zur Beheizung bzw. direktelektrischen WW-Bereitung verwendet werden.

Grüße
Manfred Serek
Datum: 12.08.2014 12:08:54

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