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Verbrauchsausweis Datenerfassung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich erstelle gerade einen verbrauchsorientierten Energieausweis für ein Gebäude aus den 20 ger Jahren. (mehr als 5 WE, kein Denkmal) Die Fassade ist mit 8 bzw 10 cm gedämmt. Die Fenster wunden ab den 90ger sukkzesive erneuert. Sonst keine baulichen Neuerungen.Heizung und Warmwasser erfolgen mittels Gasetagenheizungen. Womit sich meine Frage einleitet: Der Eigentümer hat den Gesamtverbrauch beim Energieversorger angefragt und mir mitgeteilt. Es ergibt sich ein Endenergiebedarf von ca 56 Kwh/m²a und Primärbedarf von 62 Kwh/m²a. Also fast Neubauergebnisse. Auf mein erneutes Nachfragen zu Leerständen und andere Gasanbieter erhielt ich die schriftliche Auskunft. Keine Leerstände und alle Mieter sind beim gleichen Anbieter. Vielleicht sollte ich prüfen, ob die alle im Winter im dicken Pulli da sitzen?
Die Frage ist nun, ist es zulässig den Ausweis zu erstellen? Hinweise habe ich genügend gegeben und liegen auch schriftlich vor, die Arbeit habe ich auch bereits geleistet. Eigentlich kann ich dem AG ja auch nicht unterstellen, er hat falsche Angaben gemacht. Wie würden Sie hier vorgehen?
Datum: 02.10.2014 17:14:06

Re: Verbrauchsausweis Datenerfassung



Mögliche Fehlerquellen: "Hi" war schon angegeben und wurde nochmals in "Hi" ungerechnet?
Gebäudenutzfläche wurde falsch aus der Wohnfläche abgeleitet?

Ansonsten: Das zeigt doch mal wieder, dass Sparen am meisten bringt.

Datum: 06.10.2014 09:59:10

Re: Verbrauchsausweis Datenerfassung

Sehr geehrter Kollege,
als erstes würde ich prüfen, ob die angegebene Fläche auch wirklich beheizt ist.
Oftmals verstecken sich Balkone und Terrassen mit in der Wohnfläche, da vom Vermieter keine Heizkostenabrechnung erfolgt.
Wohnen in dem Gebäude Studenten oder Montagearbeiter, ist dem Vermieter der Leerstand nicht bekannt bzw. die Zeiten , wo niemand die Wohnung nutzt.
Sollte das Gebäude beidseitig angebaut sein, sind niedrige Verbräuche möglich.
Ich an ihrer Stelle würde dem Kunden anbieten Bedarf und Verbrauch in einem EA zu erstellen.
Bei einer vereinfachten Datenaufnahme ist der Mehraufwand eine Stunde zusätzlich realistisch und für 200 Euro zzgl. MwSt möglich.Sie sind dann auch auf der sicheren Seite (Plausiprüfung).
Gruß Lutz Goymann
Datum: 07.10.2014 11:50:31

Re: Verbrauchsausweis Datenerfassung

Prüfe, ob die Werte tatsächlich in kWh angegeben wurden. Nicht dass es m³ wären.

Ein weiterer Faktor wäre zusätzliche Einzelöfen mit Holzbefeuerung. Wenn das vorhanden ist, dann auch dies mit berücksichtigen.

Was auch sein kann:
Es gibt Wohngebäude mit sozialschwachen bzw. zahlungssäumigen Mietern.
Wenn Zahlungen an den Energieversorger nach mehrfachem Mahnen nicht geleistet werden, wird die Gasversorgung der Wohnung seitens des Versorgers unterbrochen.
Das ist bei Datenaushändigungen meist nicht ersichtlich und der Vermieter bekommt oftmals davon nichts mit.
In dieser Zeit greifen die Mieter in den kalten Monaten zu elektrischen Heizlüfter oder ähnlichem.
Datum: 07.10.2014 11:51:03

Re: Verbrauchsausweis Datenerfassung

Hallo Leute,
ihr habt ja keine guten Meinungen von Hausbesitzer und Versorgungsunternehmen. Man sollte ihnen schon glauben. Wir sind aber nicht gehalten, die Angaben nachzuprüfen, aber auf Plausibilität sollte man als Fachmann schon achten.

Bei Gasetagenheizungen darf der Versorger nicht einfach das Gas abstellen, er muss den Hausbesitzer darüber informieren. Bei Frostschäden haftet sonst das VU.

Die Abrechnung Erdgas erfolgt meist in kWh, der Wärmeinhalt ändert sich oft. Aber die kWh errechnen sich aus den Ablesedaten in m³.
Deshalb aufpassen bei unseren EDV-Programmen: Erfolgt dort die Eingabe in kWh, in m³, nach Heizwert oder nach Brennwert, welcher Z-faktor ist angesetzt?
Welchen Umrechnungsfaktor m³ > kWh und welchen Z-Faktor wendet das VU an?
Konnte der VU nicht ablesen, darf er aufgrund von Vorjahren den Verbrauch schätzen. Dies sollte aber angegeben werden.

Weitere Beeinflussung: Wie hoch ist der Anteil Warmwasser? 32 kWh/m² lt. Heizkosten-VO, 18% der EnEV 2007 oder?

Mal ein bißchen mit den Angaben spielen, kommen überraschend unterschiedliche Ergebnisse raus. Man sollte von diesem VU zumindest mal eine Rechnung gesehen haben, dann weiß man, wie die rechnen.

Nebenbei: Die Häuser aus den 20ern waren weit besser als ihr Ruf, zumindest sehr viel besser als die 50er.


Grüße
Datum: 07.10.2014 22:20:37

Re: Verbrauchsausweis Datenerfassung

Nachtrag:
Wenn ihr nicht wisst, welche (zusätzlichen) Feuerstätten in den Wohnungen sind: Ruft den zuständigen schornsteinfeger an, er kann genau Auskunft geben. Ich verlange immer die Messbescheinigungen, dann habe ich seine Kontaktdaten. Oder hier suchen http://www.myschornsteinfeger.de
Datum: 07.10.2014 22:26:05

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