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KfW-Förderprogramm nimmt Dachbegrünung auf-und was ist mit dem U-Wert?

Zurzeit ist durch eine Pressemitteilung des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) überall zu lesen, dass die KfW nun die Dachbegrünung in der ab 1. Juni 2014 gültigen Liste der förderfähigen Maßnahmen, in den Programmen 151/152/430, aufgenommen hat. Dabei wird die Dachbegrünung quasi als gleichwertig oder als Ersatz einer Dachdämmung dargestellt: "Hauseigentümer können künftig eine staatliche Förderung für die Anlage einer Dachbegrünung als Wärmedämmung nutzen", Zitat aus GEB-Newsletter vom 11.3.14.

Ich hatte nun prompt eine Kundenanfrage der wissen wollte, ob künftig, auch ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen, eine Dachbegrünung gefördert werden wird.

Ich habe mir alle neuen, ab 1.6.14 gültigen Merkblätter, Technische Mindestanforderungen, etc. angesehen und nur die Ergänzung der Dachbegrünung in der "Liste der förderfähigen Maßnahmen" gefunden.

Ich interpretiere es so, wenn die alleinige Dachbegrünung ausreichen sollte, hätte sie in den "Technischen Mindestanforderungen" auch als eigene Position aufgeführt werden müssen. Dachbegrünung hat ja viele Aspekte und Varianten, oder?

Ansonsten beschreibt die "Liste der förderfähigen Maßnahmen" ja nur alle Maßnahmen die mit gefördert werden. Also, ein zuvor mit Kies belegtes Flachdach kann nach der Dämmung dann auch begrünt werden.

Jedoch sprechen die Veröffentlichungen des BGL von eine Gleichwertigkeit von Dämmung und Dachbegrünung.

Welche Lesart ist jetzt richtig?
Hätten wir im KfW-Beraterforum gelisteten Berater nicht auch vor einer solchen Veröffentlichung besser informiert werden sollen?





Datum: 11.03.2014 10:23:12

Re: KfW-Förderprogramm nimmt Dachbegrünung auf-und was ist mit dem U-Wert?

Ein Gründach kann nach meiner Erfahrung als Architektin, die bereits Gründächer realisiert hat, lediglich den sommerlichen Wärmeschutz verbessern, siehe Verdunstungskälte, nicht
jedoch den winterlichen Wärmeschutz, da die Dachkonstruktion
unterhalb der Grünschicht stark hinterlüftet werden muss.
Damit liegt die Grünschicht ausserhalb der Berechnungsgrenze
der Gebäudehülle und kann den U-Wert wohl kaum verbessern.
Die Aufnahme von Gründächern in die KFW-Förderung
ist Förderung von Dachbegrünung, nicht Förderung von
winterlicher Wärmedämmung.
Datum: 11.03.2014 11:00:01

Re: KfW-Förderprogramm nimmt Dachbegrünung auf-und was ist mit dem U-Wert?

Hallo Frau Postel,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Das ist genau das was mich wundert, den dann hätte die Dachbegrünung entweder ein eigenes Programm werden müssen oder explizit in den "Technischen Mindestanforderungen" aufgeführt werden sollen. Die Erwähnung in der "Liste der förderfähigen Kosten" bedeutet meiner Meinung nach lediglich, dass sanierte Dächer künftig auch begrünt werden können und dass auch diese Kosten von der KfW künftig mit finanziert werden. Dabei sind natürlich die U-Wert-Vorgaben der KfW einzuhalten. Wenn Sie hingegen den erwähnten GEB-Newsletter oder die Veröffentlichung des BGL lesen, dann wird dort die Dachbegrünung auch als möglichen Ersatz der Wärmedämmung beschrieben. Also auch anstelle von. Ich teile voll Ihre Meinung, dass die Dachbegrünung für sich alleine gesehen, die U-Wert-Anforderungen der KfW keinesfalls erfüllen kann.
Datum: 12.03.2014 08:44:55

Re: KfW-Förderprogramm nimmt Dachbegrünung auf-und was ist mit dem U-Wert?

Hallo zusammen,

 

von der KfW habe ich die Auskunft bekommen, dass in diesem Fall die U-Wert-Anforderungen der technischen Mindestanforderungen bei Einzelmaßnahmen bzw. entsprechend der Effizienzhausplanung zuerst erfüllt werden müssen. In dem Kontext kann dann auch eine Dachbegrünung (Gründach) mitfinanziert werden.

Datum: 14.03.2014 15:44:13

Re: KfW-Förderprogramm nimmt Dachbegrünung auf-und was ist mit dem U-Wert?

Hallo Frau Großmann,

super, dass Sie sich bei der KfW informiert haben. Vielen Dank dafür.

Freundliche Grüße aus Esslingen sendet
Clausdieter Weng
Datum: 17.03.2014 09:29:51

Re: KfW-Förderprogramm nimmt Dachbegrünung auf-und was ist mit dem U-Wert?

">Ein Gründach kann nach meiner Erfahrung als
>Architektin, die bereits Gründächer realisiert
>hat, lediglich den sommerlichen Wärmeschutz
>verbessern, siehe Verdunstungskälte, nicht
>jedoch den winterlichen Wärmeschutz, da die
>Dachkonstruktion
>unterhalb der Grünschicht stark hinterlüftet
>werden muss."---

Als langjährige Bewohnerin eines begrünten Flachdachs ohne Hinterlüftung (15 Jahre schadensfrei) muss ich hier widersprechen. Auch der Feuchtenachweis für nicht-hinterlüftete Gründächer ist möglich. Außerdem ist eine Berechnung eines Gründachs mit Rse = 0 definiert. In der Berechnung ist die Dämmwirkung zwar gering, aber wir können nur von den besten Erfahrungen berichten, die einen größeren Effekt als den laut Berechnung vermuten lässt.
Die Grünschicht liegt im nassen Bereich. Daher wird sie nicht berechnet. ---

">Damit liegt die Grünschicht ausserhalb der
>Berechnungsgrenze
>der Gebäudehülle und kann den U-Wert wohl kaum
>verbessern.
>Die Aufnahme von Gründächern in die
>KFW-Förderung
>ist Förderung von Dachbegrünung, nicht
>Förderung von
>winterlicher Wärmedämmung." ----

Wie erwähnt liegt die große Wirkung im sommerlichen Wärmeschutz, was in Zukunft bei zunehmend klimatisierten Häusern nicht zu vernachlässigen ist.
Aus persönlichen Erfahrungen kann ich diese Aufnahme in die Förderung nur begrüßen. Da die Nachweisführung des U-Wertes bzw. des Wärmeschutzes nicht außer Kraft gesetzt wird, nur weil die KfW eine Maßnahme fördert, sehe ich hier auch keinen Anlass zur Kritik an der Förderung. Auf der anderen Seite bieten Grasdächer große Wirkungen auf das Kleinklima und den Wasserhaushalt der unmittekbaren Umgebung. Manchmal muss man auch solche Kriterien berücksichtigen.
Datum: 31.03.2014 16:10:28

Re: KfW-Förderprogramm nimmt Dachbegrünung auf-und was ist mit dem U-Wert?

Wenn Sie ein nicht hinterlüftetes Grün-Flachdach haben, dann gehe ich mal davon aus, dass das ein Massivdach ist, also Stahlbeton.
Und dann kann ja auch kein Dach-Holz verrotten, das ist ja der Hintergrund für die Hinterüftungsanforderung.

Ansonsten bin ich natürlich überhaupt nicht gegen Gründächer.
Und insbesondere bei Massivdächern kann ja wegen des Flächenschlusses zwischen Dachbegrünung und Dachkonstruktion die Verdunstungskühle ein Plus sein.

Bei Gründächern habe ich leider schlechte Erfahrungen machen müssen mit Bauherrn, die das überhaupt nicht pflegen, weil sie keine Zeit dafür aufwenden wollen/können, und es sieht mit der Zeit verwahrlost aus. Schade um den Aufwand.
Datum: 31.03.2014 16:44:18

Re: KfW-Förderprogramm nimmt Dachbegrünung auf-und was ist mit dem U-Wert?

Wir hatten auf unserem "alten" Haus tatsächlich eine Holzunterkonstruktion, was den Vorteil hatte, dass die Latten bis in den Dachüberstand gingen und ein durch unsachgemäßes Betreten entstandenes Loch (es stand jemand im Kiesbett) in der Dachhaut somit direkt sichtbar wurde: es tropfte unter dem Dach raus. Das Loch ließ sich von einem kompetenten Dachdecker flicken und war dann wieder dicht.
Nach einem Umzug haben wir ein Gründach auf einer Betondecke, wo diese Sichtbarkeit eines Fehlers nicht mehr vorhanden ist. Wir hatten sogar Feuchtesensoren erwogen, aber aus Kostengründen nicht eingebaut.
Aber mit der Pflege stimme ich Ihnen zu, wobei wir kein Unkraut entfernt hatten, was ja immer wieder empfohlen wird.
Datum: 01.04.2014 11:32:08

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