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Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Wie ist die Regelung bei einem Bedarfsenergieausweis Wohngebäude was Waschküchen und Garagen betrifft in denen ein Heizkörper installiert ist, der so gut wie nie angestellt wird? Ist dieser Raum mit zu rechnen oder nicht?
Und wo finde ich dieses geregelt? Wer kann mir da weiter helfen?

Vielen Dank im Voraus :-)
Datum: 02.12.2014 10:35:48

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Die EnEV unterscheidet meines Wissens für WG diesbezüglich nicht in 'niedrigbeheizt' oder 'gelegentlich genutzt' oder ..., es kommt allein auf die Möglichkeit an dass die Räumlichkeiten beheizbar sind.
Ergo sind die Räume bei vorhandensein von HK in die Bilanzierung mit einzubeziehen.
Datum: 02.12.2014 14:43:46

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

M.E. müssen solche Räume mit bilanziert werden, da sie aufgrund des Vorhandenseins eines Heizkörpers grundsätzlich beheizbar sind. Denn ein anderer Nutzer (neuer Mieter oder Eigentümer) könnte diese Heizkörper ja durchaus aufgedreht lassen, weil er es in der Garage oder Waschküche gerne warm hat.

Es ist klar, dass das Mitberücksichtigen dieser Räume die Energiebilanz "versaut", da sie im Bestand meist einen schlechteren baulichen Wärmeschutz haben als die "normalen" Wohnäume und - im Falle der Garage - die Hüllfläche oft deutlich mehr vergrößern als das Volumen.

Aber dann würde ich eben genau diesen Umstand im Bemerkungs-Feld des Energieausweises ausdrücklich erwähnen und erläutern, dass der tatsächliche Verbrauch aufgrund der bei solchen Räumen sehr starken Nutzerabhängigkeit erheblich niedriger sein kann als der errechnete Bedarf.

Ich selber hatte gerade einen solchen Fall: eine (Hobby-)Werkstatt unter der seitlich an das Haus angebauten Garage mit Tür zu den beheizten Räumen des UG/KG, dünne Betondecke und, anders als der Rest des Gebäudes, ungedämmte, dünne Außenwände gegen Außenluft und Erdreich, ABER einen riesigen Heizkörper. Dieser war nach Bekunden der Eigentümer selten bis nie an. Da ich neben dem bedarfsbasierten gleichzeitig einen verbrauchsbasierten Ausweis erstellt habe, konnte man sehr schön folgendes sehen:

OHNE Bilanzierung der Werkstatt war der Endenergiebedarf fast eine Punktlandung auf den Verbrauch: Abweichung im niedrigen einstelligen Prozentbereich. MIT Bilanzierung der Werkstatt gab es beim Bedarf eine Abweichung von ca. 25% nach oben ggü. dem Verbrauch. Was zeigt: die Eigentümer haben nicht gelogen, der langjährige Mieter hat den Heizkörper in der Werkstatt praktisch nie aufgedreht.

Aber es ging um den Verkauf des Gebäudes. Der neue Eigentümer wird vielleicht die Werkstatt anders nutzen und ständig beheizen. Dann würde der Verbrauch deutlich nach oben gehen und sich wohl dem errechneten Bedarf stark annähern.

Fazit: Die Mitbilanzierung solcher "Sonderräume" ist absolut geboten, wenn man kenen falschen Bedarfsausweis bekommen will. Ansonsten müsste man eben den Heizkörper abmontieren lassen bzw. vom Heizkreislauf abklemmen.

In Bezug auf den Energieausweis weiß ich jetzt nicht auf Anhieb, wo es steht. Aber es steht etwas zu dem Thema in den Technischen FAQ der KfW, Punkt 1.15 "Systemgrenzen, Räume mit fest eingebauten Heizkörpern":
"Räume, wie z. B. Keller- oder Dachräume, in denen Heizflächen
fest eingebaut sind, müssen beim Nachweis von KfW-Effizienzhäusern im beheizten Gebäudevolumen berücksichtigt werden. Alternativ ist zu bestätigen, dass diese dauerhaft stillgelegt bzw. ausgebaut wurden."
M.E. müsste das analog für öffentlich-rechtliche Nachweise gelten, auch wenn ich es so direkt nicht in der EnEV gefunden habe...

Grüße
Frank-Stefan Meyer

Datum: 02.12.2014 15:03:54

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Die 'Nachlieferung' ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit etc:


In der EnEV 2014 findet sich dazu

- Definition von Gebäuden §1 (2)
- Begriffbestimmungen WG §2 (1) + (4)
- EA nur für 'ganze' Gebäude §17 (3)

und mit der Anlage 1 aus
'1.3 Definition der Bezugsgröße' kann man sich Regeln für das benötigte Einzonenmodell ableiten.

Mich persönlich würde jetzt interessieren wie eine beheizte separat stehende - also nicht angebaute und damit nicht zum Gebäude gehörende - Garage anzusetzten wäre.
Datum: 02.12.2014 16:13:29

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Hallo,

vielen Dank für die beiden Antworten :-)

Unter dem § 1 und § 2 hatte ich auch schon gelesen. Aber den hier genannten § 17 (3) bringt es auf den Punkt: Energieausweise werden für Gebäude erstellt!
Zusammen also:
Die EnEV/Energieausweis gilt für Gebäude (ganze!), die beheizt oder durch direkten Raumverbund beheizt werden.

Mir fiel ein, daß ja niemand auf die Idee kommt ein Schlafzimmer, das nie beheizt wird (weil die Bewohner gerne kalt schlafen - auch im Winter!) aus der Bilanzierung zu nehmen.

Schönen Abend :-)

LG Monika Dörnbach
Datum: 02.12.2014 19:00:45

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Hallo, bin bei der Recherche zu innenliegender Garage auf dieses Thema gestossen.
In einem aktuellen Fall ist es so, dass sich die Garage im UG des Hauses befindet und daneben in diesem Geschoss eine Einliegerwohnung + Heizungsraum vorhanden sind (Grundriss dieses Geschosses ist rechteckig). Garage und Heizungsraum haben keine Heizkörper. Gebäude wurde anfang der 90er mit einer Außendämmung versehen, welche auch auf die beiden Außenwände der Garage (über Eck) aufgebracht wurde.
Müsste für den Bedarfsausweis hier die Garage herausgerechnet werden?


LG
St. Günther
Datum: 06.04.2016 10:52:55

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Hallo Herr Meyer,

vielen Dank für die ausführliche und sehr hilfreiche Erklärung :-)

Der Ansatz in der Bemerkung des Ausweises einen Hinweis zu machen finde super Klasse!
Perfekt!

Viele Grüße
Monika Dörnbach
Datum: 02.12.2014 18:44:57

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Ich gebe zu bedenken: Eine Garage ist kein Wohnraum. Was macht man, wenn man ein Gewächshaus hat, das im Frühjahr gelegentlich auch beheizt wird - soll man das auch nach EnEV-Nutzerverhalten bilanzieren?
Datum: 08.01.2015 11:04:45

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Ein 'Gutes Neues',

1) Gewächshaus im Gebäude
Fällt unter Nichtwohngebäude, der Anteil des NWG- und des WG- Teils ist nach den Regeln der EneV aufzudröseln.

2) Garage im Gebäude
Ein Keller ist normalerweweise auch kein Wohnraum, wenn ein HK vorhanden ist ist der Raum per Definition beheizt und wird mit bilanziert, für die Garage sehe ich das analog.

Eventuell ist Ihre Frage ja ein Fall für 'Enev-Online'
 

Datum: 09.01.2015 11:31:55

Re: Energieausweis: Mitbilanzierung von Garage/Waschküche mit Heizkörpern?

Zunächst mal zum Vergleich Bedarf - Verbrauch.
Meiner Erfahrung liegt bei Einfamilienhäusern der Energiebedarf fast immer deutlich über den Verbrauchsdaten. Zumindest ist es bei mir im Raum Braunschweig so, im Alpenvorland mag das anders sein.
Ich denke also, dass man aus der Berechnung nicht darauf schließen kann, ob jemand einen einzelnen Heizkörper genutzt hat oder nicht.

Die Frage zu den Bilanzierungsgrenzen finde ich in der Tat auch nicht immer einfach, da die EnEV hier einen gewissen Ermessensspielraum zulässt.
Grundsätzlich soll die EnEV sinngemäß für Gebäude gelten, die mehr als 4 Monate im Jahr beheizt werden, bzw. auf eine Raumtemperatur von mehr als 12°C.
Wenn eine Waschküche in einem ansonsten unbeheizten und ungedämmten Keller einen Frostschutzheizkörper hat, würde ich diesen Raum nicht mit in die Bilanz aufnehmen.
Anders wäre es, wenn die angrenzenden Kellerräume auch beheizt sind, bzw. sich die Waschküche innerhalb der gedämmten Gebäudehülle befindet.

Bei dem angebauten Hobbyraum würde ich dazu tendieren, ihn mit zu bilanzieren, allein, weil der Heizkörper so groß ist, dass der Raum auf 19°C geheizt werden kann.

Anders wäre es vielleicht, wenn der Raum sich in einem separaten Gebäude befinden würde, da der Grundsatz gilt, dass ein Ausweis pro Gebäude zu erstellen ist.

Wie auch immer man sich in solchen Grenzfällen entscheidet - ich finde es wichtig, dass im Ausweis beschrieben ist, auf welchen Bereich sich die Berechnung bezieht.

In den Regelungen der KFW ist die Sache etwas eindeutiger definiert. Allerdings kann es auch hier zu zweifelhaften Situationen kommen, die ich bei Beantragung von Fördermitteln im Vorfeld klären würde.

Nebenbei bemerkt, gibt es auch noch unterschiedliche Vorgaben zur EnEV-Bilanzierung als öffentlich rechtlicher Nachweis und als Energieausweis. Z.B. kann man einen einzigen Nachweis für eine Reihenhauszeile aus mehreren Gebäuden gleicher Bauart führen, während man den Energieausweis für jedes Haus einzeln berechnen muss.





Datum: 14.01.2015 11:47:16

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