Anmelden

Sie haben noch keine Zugangsdaten?  Neu registrieren

- Sie müssen zum Beobachten angemeldet sein -

1 Tag 1 Woche 1 Monat
- keine neue Beiträge - 7 neue Beiträge 31 neue Beiträge

Bewerten Sie dieses Thema:

Energieausweise – notwendiges Instrument oder Auslaufmodell?

Mit der neuen EnEV sind ab Inkrafttreten am 1. Mai auch neue Regelungen zum Energieausweis zu beachten (mehr dazu im Beitrag „Neue EnEV am Start“). Eine Neuerung betrifft die verpflichtende Einführung von Registriernummern für Energieausweise. Welche Bedeutung haben Energieausweise in Ihrer Energieberatertätigkeit – auch im Vergleich zu früheren Jahren? Sehen Sie die Bedeutung des Energieausweises in Zukunft eher gestärkt oder eher abnehmend und warum? Berichten Sie von Ihren Erfahrungen!
Datum: 19.02.2014 14:30:51

Re: Energieausweise – notwendiges Instrument oder Auslaufmodell?

Mit der Ausnahme der Zeit vor der Notwendigkeit, für kleinere Gebäude mit Baujahr vor 1978, spielte die Ausstellung von Energieausweisen nur eine untergeordnete Rolle. Nach dem Stichtag brach die Nachfrage fast total ein.

Nachdem Häuser auch ohne Energieausweise verkauft werden können und Wohnungen vermietet werden können, hat der Energieausweis an Bedeutung verloren.

Ein "Werkzeug" zur Reduzierung des Energieverbrauchs ist er nicht. Insbesondere deshalb nicht, weil die Bedarfsausweise für Gebäude im Bestand meit zu hohe Werte angeben.

Nachdem die Verbrauchskennwerte in de Zukunft veröffentlicht werden müssen, kommt es mit Sicherheit wieder zu einer größeren Nachfrage.

Der Energieausweis spielt für Entscheidungen zur energetischen Sanierung von Gebäuden eine nur untergeordnete Rolle. Allein von der Ausstellung von Energieausweisen wird die Sanierungsrate nicht beeinflusst, ansonsten hätten wir keine Sanierungsrate unter 1%.

Thomas Möller
Datum: 11.03.2014 09:54:45

Re: Energieausweise – notwendiges Instrument oder Auslaufmodell?

Es ist mit den Energieausweisen wie mit den Verbrauchswerten beim Auto, je höher der Energiekosten- Anteil am Gesamteinkommen desto mehr schauen die Menschen auf solche Informationen. Je bekannter, klarer und nachvollziehbarer die Bewertungsmaßstäbe sind, desto grösser die Entscheidungshilfe. In der heutigen Form ist der Energieausweis das Geld nicht Wert, was er kostet. Ein Transparenter Maßstab würde schnell als wirksames Hilfsmittel an Gewicht gewinnen.

Gerhardt- Bauberatung Lüneburg
Datum: 11.03.2014 22:06:14

Re: Energieausweise – notwendiges Instrument oder Auslaufmodell?

Die Idee ist völlig in Ordnung. Wenn man ein Auto kauft, dann möchte man auch ungefähr wissen, ob man einen Spritschlucker oder ein eher sparsames Auto im Visier hat.
Problematisch sind immer noch die Existenz zweier völlig unterschiedlicher Berechnungsmethoden, die beim selben Gebäude gerne mal 50 bis 100% auseinanderliegen. Damit ist die Aussagekraft des Energieausweises auch schon dahin, da ein Vergleich der unterschiedlichen Energieausweise für den Laien i. d. R. nicht möglich ist.
Zudem stellt der Energieausweis solange kein scharfes Schwert dar, so lange Verstöße gegen die Vorlage bei Vermietung, Verkauf etc. nicht geahndet werden. Und auch hier zeigt sich schon wieder die Wirkungslosigkeit der Regelungen. Wer soll die Verstöße denn Feststellen? Ein potentieller Käufer wird den Verkäufer wegen so einer "Lapalie" nicht verprellen. Die Unteren Bauaufsichtsbehörden haben kein Personal und sehen sich weder qualifiziert genug noch eigentlich zuständig.... Die Übergangsregelung beim DIBt ist auch seltsam. Soll das Saarland von Berlin aus kontrolliert werden...?

Die ganze neoliberale Deregulierungswut der letzten Jahre zeigt jetzt seine Früchte. Wir brauchen wieder ansprechbare und kompetente Bauaufsichten, die helfen, dass und kontrollieren, ob Gesetze und Verordnungen eingehalten wurden.
Datum: 13.03.2014 21:30:00

Energieausweise sinnvoll wenn...Information und dezentrale Kontrolle

Zunächst ist die Information über Sinn, und Aussehen des E-Ausweises nicht bei dem Nutzerkreis angekommen für den er gedacht war. Eigentümer die mich fragen was sie an ihrem Gebäude "tun müßen um einen Energieausweis zu bekommen" und Makler die damit werben, das dieses Haus "sogar einen Energieausweis hat" zeigen, dass das Instrument nichts bewirkt, weil es nicht verstanden wird.
Die Disskussion um den Preis und die Sparversion des Verbrauchsausweises haben das Thema so verwässert, dass nichts davon übrig gebleiben ist. Wenn jetzt Registriernummern gegen Bezahlung von einer zentralen Nichtbehörde ausgegeben werden sollen um eine zentrale Erfassung und "Kontrolle" aufzubauen, und gleichzeitig manche Bauämter nicht mal wissen was sich hinter der DIN 18599 verbirgt, dann fragt man sich "Wo sind wir denn hier eigentlich?" Bürokratieabbau okay, aber müßen wir deshalb Moloche wie DENA oder DIBT haben?
Datum: 26.03.2014 13:42:52

Bürokratieabbau?

> Bürokratieabbau okay, aber müßen
>wir deshalb Moloche wie DENA oder DIBT haben?

Genau dies ist KEIN Bürokratieabbau. Abgesehen davon ist eine fachlich qualifizierte und hilfsbereite Bürokratie beim Bauen für mich überhaupt kein Schreckgespenst - im Gegenteil.

M. E. ist der Hintergrund dieser u. a. Maßnahmen der, dass man eine sinkende Ausführungsqualität erkannt hat. Allerdings hat man offenbar keine Grundlagenforschung nach den Gründen betrieben. Völlig wirkungslos wird irgendetwas gemacht.

Das Planen und Bauen von heute muss aber angesichts einiger Kleinigkeiten von Grund auf neu gedacht werden:
- Unzahl an Gesetzen und Vorschriften
- Unzahl an DIN-Normen
- Unzahl an Bauprodukte
- Kostendruck
- Zeitdruck
- Deregulierung
- Abschaffung des Meisterzwangs für viele Gewerke
- ....


Die Liste ist nicht vollständig...
Datum: 26.03.2014 16:23:30

Re: Bürokratieabbau?

Genau dies ist KEIN Bürokratieabbau. Abgesehen davon ist eine fachlich qualifizierte und hilfsbereite Bürokratie beim Bauen für mich überhaupt kein Schreckgespenst - im Gegenteil.

Damit treffen Sie genau das was ich sagen möchte! Ich habe auch keine Angst vor einer fachlich qualifizierten und hilfbereiten Bürokratie die aus Menschen mit Sachverstand besteht. Wenn diese Begleiter auch noch lokal (beim Bauamt oder beim Kreis) erreichbar sind und im laufe der Zeit die Möglichkeit besteht ein vertrauensvolles persönliches Verhältnis aufzubauen dann ist mir das allemal lieber als wenn eine annonyme DENA oder ein DiBT zentral irgendwas organisieren sollen. Das ist wie (Sie schon sagen) eben KEIN Bürokratieabbau! Es werden überflüssigerweise "Quasi-Behörden" geboren.
Datum: 26.03.2014 18:34:31

Re: Energieausweise – notwendiges Instrument oder Auslaufmodell?

Herzlichen Glückwunsch in Richtung der Behörden und halbstaatlichen Unternehmen als Handlanger - mit der Einführung der Gebühr wird der im Prinzip noch in den Kinderschuhen steckenden Thematik der Todesstoß versetzt. Als Energieberater tritt man gegenüber Hausbesitzern jetzt erst recht als Vollstrecker eines notwendigen Übels auf. Kein Wunder, wenn Kunden von vorn herein keine Lust auf einen Energieausweis haben. Ich habe auch keine Lust mehr darauf ! Man kann auf diese Weise eine grundsätzlich hochwertige Ingenieursleistung in die Tonne treten. Das ganze sieht mir wieder mal nach der krampfhaften Generierung einer weiteren Gelddruckmaschine auf Kosten der Freiberufler aus. (Nebenbei bemerkt: von wegen Aufschwung und Überwindung der Staatsschuldenkrise ! Die Wahrheit ist: der deutsche Staat inklusive aller Halbstaatler haben kein Geld mehr. Die Gewährung von quasi Nullzins-Krediten ist eine andere Sache und dient dazu, das Finanzsystem am laufen zu halten.) Leider können sich die offiziellen Stellen darauf verlassen, daß sich genügend Kräfte finden werden, den Job zu diesen Bedingungen zu machen. Aber das ist mittlerweile fast überall so.
Beste Grüsse
Datum: 30.04.2014 17:29:53

Frage des Monats

Sind Ihnen schon Energieausweise mit manipulierten Werten begegnet?

Abstimmen
Wissenscheck

Testen Sie Ihr Wissen und lernen Sie dazu! Jeden Monat stellen wir Ihnen vier Fragen aus dem GEB-Umfeld und erläutern die richtige Antwort.

GEB-Newsletter

Ja, ich möchte den GEB-Newsletter kostenlos abonnieren: